Erschienen in Ausgabe 1-2017Unternehmen & Management

Kontrolle ist alles

DAX-Konzerne gehen in den Aufsichtsräten zur Festvergütung über

Von Dominic EggerVersicherungswirtschaft

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Kontrolle ist alles

DAX-Konzerne gehen in den Aufsichtsräten zur Festvergütung über

Durchschnittlich 372.100 Euro verdienten die Aufsichtsratsvorsitzenden der am deutschen Aktienindex gelisteten Unternehmen 2016. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Chefaufseher sind in den letzten Jahren vor komplexere Aufgaben gestellt, Verantwortung und Haftungsrisiko stiegen. „Dementsprechend haben viele Dax-Unternehmen in den vergangenen Jahren auch die Ver­gütung ihrer Aufseher angepasst. Auch im internationalen Vergleich befindet sich die Aufsichtsratsvergütung in Deutschland auf einem passenden Niveau”, erklärt Helmuth L. Uder, Managing Director Board & Executive Compensation bei Willis Towers Watson.
Die Aufsichtsratsvorsitzenden von Allianz und Munich Re konnten am Wachstum kaum bzw. nicht partizipieren. Helmut Perlet (Allianz) erhält 372.000 Euro, seine Vergütung ist ein Prozent höher als im Vorjahr; Bernd Pischetsrieder (Munich Re) muss eine Kürzung von einem Prozent hinnehmen, er erhält 320.000 Euro. Am meisten zahlen Deutsche Bank (800.000 Euro), Siemens (608.000 Euro) und BMW (600.500 Euro) ihren Aufsichtsratsvorsitzenden. Die geringste Vergütung zahlte Merck mit 97.800 Euro.
Zur Festvergütung übergegangen sind die meisten Dax-Konzerne, zumindest im Aufsichtsrat. Auch die letzten 13 Prozent mit variabler Vergütung werden in Zukunft umstellen, prognostiziert Willis Towers Watson. „Das ist eine einfache und transparente, aber nicht unbedingt die beste Lösung”, erklärt Ralph Lange, Manager Executive Compensation bei Willis Towers Watson.
Einerseits müssen die Aufsichtsräte den Vorstand kontrollieren, hierzu passe eine feste Vergütung; andererseits sollen sie auch die Strategie begleiten, gibt Lange zu bedenken. Eine Vergütung müsse sich daher auch am langfristigen Unternehmens­erfolg orientieren. Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt daher, auch erfolgsorientierte Bestandteile in die Aufsichtsratsvergütung einzubauen.
Seit 2016 müssen Dax-Konzerne eine Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten einhalten, mit 29 Prozent (2015: 26%) wird diese nur knapp unterschritten. In 13 Unternehmen müssten also noch durchschnittlich zwei Frauen in den Aufsichtsrat berufen werden. Lange schätzt, dass die Dax-Unternehmen noch drei Jahre brauchen, bis sie die Quote erfüllen.de
Helmut Perlet: Aufsichtsratsvorsitzender der Allianz. (Foto: Allianz)
Helmut Perlet: Aufsichtsratsvorsitzender der Allianz. (Foto: Allianz)