Erschienen in Ausgabe 1-2017Trends & Innovationen

Schaden-Prisma Dezember 2016

Nach dem Terroranschlag von Berlin reguliert die Verkehrsopferhilfe die Schäden

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Die 53 zum Teil schwer Verletzten des Terroranschlags von Berlin und die Angehörigen der zwölf Todesopfer werden über die Verkehrsopferhilfe entschädigt. Der IS-Terrorist Anis Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gelenkt. Bei vorsätzlich herbeigeführten Schäden durch Kraftfahrzeuge zahlt die Verkehrsopferhilfe maximal 7,5 Mio. Euro pro geschädigter Person, bei Sachschäden liegt die Deckung bei einer Mio. Euro pro Fall. Unter den Todesopfern befinden sich sieben Deutsche sowie Menschen aus Tschechien, der Ukraine, Italien, Israel und Polen. Bis Redaktionsschluss waren eine Handvoll Schadenmeldungen eingetroffen.
Der Terroranschlag von Berlin ist der schwerste Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Bei der Geiselnahme von München während der olympischen Spiele 1972 kamen bei einer missglückten Befreiungsaktionen 17 Menschen ums Leben, darunter die fünf palästinensischen Terroristen, ein deutscher Polizist und neun Geiseln.
Das Terrorismusrisiko ist im Jahr 2016 deutlich gestiegen. Vier islamistisch motivierte Anschläge hat es gegeben, darunter einen Sprengstoffanschlag auf ein Gebetshaus der Sikhs in Essen mit drei Verletzten, die Messerattacke des IS-Anhängers Muhammad Riyad in Würzburg (fünf Verletzte) und den Sprengstoffanschlag des IS-Anhängers Mohammad Daleel auf ein Festival in Ansbach (15 Verletzte).

Verkehrsopferhilfe tritt ein

Nachdem es in den späten 1990er Jahren ruhig in Deutschland geworden war, nimmt das Terrorrisiko seit 2004 wieder zu. Neben islamistischen Tätern sind es häufig Rechtsextreme, die mit Gewalttaten den Frieden der Gesellschaft zerrütten wollen. 2004 ließ die Terrororganisation NSU eine Nagelbombe in Köln explodieren, bei einem Brandanschlag auf ein von einer syrischen Großfamilie bewohntes Haus im sächsischen Döbeln gab es im Jahr 2016 zwölf Verletzte. Die Sprengstoffanschläge von Dresden kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit dürften wohl auch von rechtsextremen Tätern verübt worden sein. Hinzu kommen 61 Brandstiftungen bei Flüchtlingsheimen und zehn Sprengstoff-Anschläge (bis Oktober 2016). Nach dem Terror in Berlin war die Hilfsbereitschaft groß. Das Opfer-Entschädigungs-Gesetz (OEG) schließt Leistungen bei Angriffen durch Kraftfahrzeuge aus. Medienberichten zufolge will aber das Bundesarbeitsministerium dies überprüfen. Die Arbeitsgemeinschaft City e.V. als Veranstalterin des Weihnachtsmarkts nimmt sogar Spenden entgegen, die den Gewinn-Ausfall der…