Erschienen in Ausgabe 1-2017Trends & Innovationen

Unisex stabilisiert die Beiträge

Anpassungen sind seit der Einführung der Einheitstarife in der PKV geringer geworden

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Im Jahr 2017 werden die Beiträge in der PKV stärker steigen als in den Vorjahren, berichtet das Analysehaus Morgen & Morgen. „Im Schnitt zeigen die Beiträge seit 2013 eine steigende Tendenz im Neugeschäft“, sagt M&M-Geschäftsführer Peter Schneider. „Die aktuellen Anpassungen liegen aber immer noch unter den Anpassungswerten der Tarifgeneration vor Unisex.“ Das Analysehaus aus Hofheim (Taunus) hat die Beitragsentwicklung im Neugeschäft nach der Einführung der Unisex-Tarife untersucht. Seit dem 21. Dezember 2012 ist es Versicherern verboten, nach Geschlecht zu differenzieren. Seitdem fallen die Beitragsanpassungen in der PKV deutlich geringer aus. Der Frauenanteil in der Krankenvollversicherung liegt stabil bei gut 30 Prozent. Er ist auch seit 2013 nicht gestiegen.
Im Jahr 2014, ein Jahr nach der Einführung der Unisextarife, wurden nur zwölf Prozent der Tarife angepasst, berichtet M&M. In den letzten beiden Jahren vor der Einführung der Unisex-Tarife hatten die Privatversicherer noch mehr als 60 Prozent ihrer Tarife angepasst. Der Anteil der Tarife mit Anpassungsbedarf (in der Summe nach oben) steigt seit 2013 kontinuierlich an, 2016 waren 26 Prozent der Tarife betroffen, in diesem Jahr werden es mindestens genauso viele sein. Für 2017 hat M&M bislang jeden zweiten Tarif analysiert.
In der Summe erhöhen sich die Beiträge 2017 stärker als im Vorjahr. 2016 passten die Privaten Krankenversicherer um durchschnittlich 2,5 Prozent an. Zum Vergleich: Vor der Einführung der Einheitstarife verteuerte sich die PKV noch um 5,7 Prozent.
Von den steigenden Kosten im Gesundheitswesen bleiben auch die gesetzlichen Kassen nicht verschont. Seit 2007 ist die GKV um jährlich 3,2 Prozent teurer geworden, berichtet PKV-Direktor Volker Leienbach (S. 30). In diesem Jahr profitieren die Kassen von einem Staats-Zuschuss von 1,5 Mrd. Euro in den Gesundheitsfonds. ba