Erschienen in Ausgabe 1-2017Märkte & Vertrieb

Tanz gegen die Krise

Versicherer in Lateinamerika zeigen trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds positive Wachstumsindikatoren

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Der lateinamerikanische Versicherungsmarkt steht unter Druck. Laut Studie der spanischen Mapfre-Stiftung zur Entwicklung des Versicherungsmarktes Lateinamerikas 2015 ist das aggregierte Prämienvolumen der Region erstmals seit zehn Jahren gesunken. Das aggregierte Beitragsaufkommen ist um 8,8 Prozent auf 151 Mrd. US-Dollar eingebrochen. Zuvor standen seit dem Jahr 2005 ohne Unterbrechung positive Veränderungsraten zu Buche. „Der politische Kontext und adverse externe wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben den Optimismus bezüglich der Wachstumsprognosen für Lateinamerika geschwächt“, sagt Manuel Aguilera Verduzco von der Mapfre. Trotzdem bleibt er optimistisch. Aguilera ist seit 2015 als Generaldirektor Leiter des Bereichs internationale Studien. Der Mexikaner ist ein international anerkannter Fachmann, insbesondere für die lateinamerikanischen Versicherungs­märkte. Bis zu seinem Eintritt bei der Mapfre 2015 war er seit 1998 Präsident der mexikanischen Versicherungsaufsichtsbehörde Comisión Nacional de Seguros y Fianzas de México und in leitenden Funktionen bei der OECD und dem IAIS.

Währungseffekte belasten Geschäft

Die Ursachen für den deutlichen Prämieneinbruch liegen in Währungseffekten und der schwachen Wirtschaftsentwicklung in einigen der wichtigen Versicherungsmärkte der Region. Während die Weltwirtschaft 2015 um 3,2 Prozent und 2016 um voraussichtlich 3,1 Prozent zugelegt hat, läuft es in Lateinamerika schlechter. Im Jahr 2015 war die Veränderungsrate knapp negativ und die Aussichten für 2016 deuten der Studie zufolge auf eine Stagnation. Die Wachstumsentwicklung ist allerdings asymmetrisch. Der wichtigste Markt Brasilien steckt tief in der Rezession. Dem stehen Länder wie Mexiko, Kolumbien, Peru oder Chile gegenüber, die 2015 allesamt ein Wirtschaftswachstum von zwischen zwei und drei Prozent erzielt haben. Ein entscheidender Bremsklotz für die Entwicklung der lateinamerikanischen Assekuranz sind die Abwertungen der meisten lokalen Landeswährungen gegenüber dem US-Dollar. Dazu gehören vor allem die Schwäche des brasilianischen Real sowie des kolumbianischen Peso und der dramatische Absturz des venezolanischen Bolivar. Beitragsrückgänge gemessen in US-Dollar gibt es der Studie zufolge in den Versicherungsmärkten Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Mexico, Paraguay und Uruguay. Gut aus der Affäre gezogen hat sich dagegen Argentinien. In US-Dollar gemessen ist das Prämienvolumen dort um 22,4 Prozent gestiegen. Hier gilt es allerdings zu…