Erschienen in Ausgabe 9-2016Trends & Innovationen

Schaden-Prisma August 2016

Im Süden der USA ist es zu unerwarteten Hochwasserschäden gekommen. Nur wenige Häuser sind versichert.

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Die heftigen Hochwasser im Süden der USA sind eine Geschichte der Unterversicherung. Ersten Schätzungen zufolge sind im schlimmsten Fall 110.000 Häuser durch die Fluten teilweise oder vollständig beschädigt, in anderen Berichten sind es nur 50.000. Doch die Versicherungsdichte ist gering. In Baton Rouge, der am schwersten betroffenen Stadt, haben sich wohl nur zwölf Prozent der Hausbesitzer gegen Hochwasser versichert. Dabei ist die Versicherungsdurchdringung in Louisiana noch vergleichsweise hoch. 452.000 Policen zählt das National Flood Insurance Programm in dem US-Bundesstaat, nur in zwei anderen Bundesstaaten sind es mehr. Nach dem Orkan Katrina hatten sich noch fast 500.000 Hausbesitzer gegen Hochwasser versichert. Die wirtschaftlichen Schäden werden in die Milliarden gehen. Man muss sich in den betroffenen Gebieten also Gedanken darüber machen, warum sich so wenige gegen Hochwasser versichern. Das Hochwasser im Süden ist von den beiden Präsidentschaftskandidaten als Wahlkampfthema aufgegriffen worden, wobei Donald Trump die Stimmung besser trifft als seine Demokratische Konkurrentin Hillary Clinton.
Das Hochwasser ist durch ein Tiefdruckgebiet verursacht worden, dass über Tage Wasser aus dem Golf von Mexiko in die Atmosphäre schaufelte und über Lousiana abregnen ließ. Manche Meteorologen sprachen von einem Tausend-Jahres-Ereignis. Abgesehen von dem Orkan Earl (Kategorie 1) verlief die Orkansaison in den USA bislang erwartungsgemäß glimpflich. Earl traf am 4. August auf das mittelamerikanische Festland (Foto links) und verwüstete durch Wind und Regen Belize und den Süden Mexikos. 67 Menschen kamen dabei ums Leben, die wirtschaftlichen Schäden sind mit gut 100 Mio. US-Dollar aber gering. Inzwischen wird deutlich, wie hoch die Schäden durch die Waldbrände in der kanadischen Provinz Alberta im Mai sind. Zuletzt haben die Property Claims Services die Schadenschätzung auf umgerechnet 3,66 Mrd. US-Dollar erhöht. Bisher hatte man den Marktschaden auf 2,76 Mrd. Dollar taxiert. Die Swiss Re hat in ihren Schadenbericht zum ersten Halbjahr auf die Hagelschäden im April in Texas aufmerksam gemacht, die einen versicherten Schaden von mehr als sieben Milliarden US-Dollar angerichtet haben.

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