Erschienen in Ausgabe 9-2016Märkte & Vertrieb

Trends und Traditionen

Bayern ist innovativ und bodenständig zugleich. Versicherer treibt dieser Werte-Mix an.

Von Alexander KasparVersicherungswirtschaft

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Ein stabiler Arbeitsmarkt, qualifizierte Mitarbeiter, ein rundum positives Geschäftsklima, aufstrebende Landkreise, Städte und Gemeinden: Bayern boomt, besonders im Süden. Egal ob in Industrie und Handel, Forschung und Entwicklung oder Sport und Kultur. Bayern ist eine Marke, eine Marke, von der Deutschland auch international profitiert. Bayern als das Powerhaus der Republik zieht Menschen und Unternehmen in Scharen an, wie ein Magnet wirkt besonders der Großraum München. In der Planungsprognose der Stadtverwaltung, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, aus dem Jahr 2009 wird ein Anstieg der wohnberechtigten Bevölkerung (Haupt- und Nebenwohnsitze) zwischen 2009 und 2030 um 10,9 Prozent (151.415 Personen) auf dann 1.543.330 vorausgesagt und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.

Staatlicher Dirigismus treibt die Wirtschaft voran

Den Grundstein für den heutigen Erfolg legte der bayerische Staatsreformer Maximilian Graf von Montgelas (1759–1838). Aus dem zersplitterten Kurfürstentum mit seinen vielen fürstlichen, kirchlichen und städtischen Klein-Territorien und aufgesplitterten Duodezstaaten formte Montgelas einen geschlossenen Staat mit einer Verwaltungsstruktur, die im Kern bis heute Bestand hat. Fallende Zollschranken und klare Zuständigkeiten sorgten dafür, dass sich die Wirtschaft entwickeln konnte. Im 20. Jahrhundert verstanden sich die Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber als Nachahmer Montgelas. Bayern als Technik- und Industriestandort mit dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt war eine Herzensangelegenheit von Strauß.
Den Grundstein für Bayern als Elektro- und Biotechnologie-Standort legte wiederum Stoiber, als er die Milliardengewinne aus der Privatisierung der Viag/Bayernwerk (heute Eon) weitsichtig investierte. Die entsprechenden Cluster in Otto­brunn, Garching und München-Martinsried sind sein wirtschaftspolitisches Vermächtnis. Nicht zu unterschätzen ist auch der durch die Olympischen Spiele von 1972 in München ausgelöste Wirtschaftsboom, den der damalige Oberbürgermeister und spätere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel vorantrieb.
Den Aufstieg Bayerns vom Agrarstaat zum Industriestandort Nummer eins hat der in Landshut geborene, frühere Bundespräsident Roman Herzog (CDU) zur Eröffnung der Neuen Messe München einmal so beschrieben: „Bayern ist das Land, in dem Technikbegeisterung und Tradition, Innovationsfreude und Bodenständigkeit keine unüberbrückbaren Gegensätze“ seien. Seine Betrachtung fasste er in dem mittlerweile…