Erschienen in Ausgabe 9-2016Unternehmen & Management

SV Konzern: Lebensversicherung im Rückwärtsgang – Schadenversicherung macht satte Gewinne

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Ein Geschäftsjahr mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern hat die SV hinter sich. Sie satten Gewinne in der Schadenversicherung wurden überschattet von einem schwierigen Geschäft mit Lebensversicherungen. Vorstandschef Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl sprach von einem „guten bis sehr guten Jahr“.
Das gilt vor allem für die Schadenversicherung. Die Zahl der Verträge, der Umsatz und der Gewinn gehen nach oben. 140 Mio. Euro warf die Schadenversicherung im vergangenen Jahr ab, eine Steigerung um 18,6%. In der Lebensversicherung ging der Gewinn um 13,6% zurück, unterm Strich verblieben 31,7 Mio. Euro.
In diesem Jahr wird die Entwicklung so weiter gehen. In der Schadenversicherung will die Nummer drei der Öffentlichen Versicherer die Beiträge weiter erhöhen, auf der Schadenseite rechnen die Stuttgarter mit einer Normalisierung. In den vergangenen beiden Jahren waren die Schadenquoten ausgesprochen niedrig. Nach den sturzartigen Regenfälle Ende Mai sind bei den Stuttgartern 18.000 Schadenmeldungen eingetroffen, mehr als 100 Mio. Euro wird die Behebung dieser Schäden wohl kosten.
In der Lebensversicherung hingegen werden in diesem Jahr die Beitragseinnahmen weiter zurückgehen. Bereits im vergangenen Jahr sanken sie in dem nach wie vor umsatzstärksten Geschäftsfeld um 2,4%. Das Einmalbeitragsgeschäft hofft man stabil zu halten, doch wegen der vielen auslaufenden Bestandsverträge werden die laufenden Beitragseinnahmen zurückgehen, heißt es im Geschäftsbericht der SV Lebensversicherung AG.
1,67 Millionen Verträge zählte der Lebensversicherer der Gruppe Ende 2015, das waren 20.000 Verträge weniger. Das Neugeschäft ging zurück. 144.305 Verträge wurden im Jahr 2015 abgeschlossen, das waren 5,4% weniger als im Jahr 2014. Nach Beitragssumme ging das Neugeschäft um 7,3% zurück, gemessen an der Versicherungssumme legte es hingegen leicht zu.
Die Stuttgarter rücken sukzessive von der klassischen Lebensversicherung ab. Das neue Brot-und-Butter-Produkt ist die Index Garant, eine indexgebundene Lebensversicherung mit Garantie des Erhalts der eingezahlten Beiträge. Die Hälfte des Neugeschäfts laufe bereits in dieses Produkt, berichten die Stuttgarter in ihrem Geschäftsbericht. In absoluten Zahlen wurden im Jahr 2015 39.000 Verträge abgeschlossen. Hauptgrund für die sinkenden Beitragseinnahmen ist das Einmalbeitragsgeschäft, das von 880 auf 840,9 Mio. Euro gesunken ist. Im Rekordjahr 2010 hatten die Einmalbeiträge noch annähernd 1,2 Mrd. Euro in die Kassen gespült. Man scheint…