Erschienen in Ausgabe 9-2016Unternehmen & Management

Auxilia Rechtsschutz-Versicherung:  Eigenkapital verstärkt – Beitragsanpassungen geplant

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Münchner Auxilia Rechtsschutz-Versicherung wird für die Bedeckungsquote nach Solvency II einen unternehmensspezifischen Parameter verwenden. Diese sei Ende 2015 von der Bafin genehmigt worden, schreibt der zum Automobilclub Kraftfahrer-Schutz e.V. gehörende und ausschließlich für dessen Mitglieder tätige Versicherer in seinem Geschäftsbericht 2015. Zum Bilanzstichtag 2015 kommt der Rechtsschutzversicherer auf eine Solvabilitätsquote I, also nach dem bisherigen Regime, von 285 (245)%. Insgesamt machte das Eigenkapital zum Jahresende 39,6 (33,8) Mio. Euro aus, was – bezogen auf die verdienten Beiträge f.e.R. – einer Eigenkapitalquote von 50 (44)% entspricht. Die dickere Eigenkapitaldecke basiert auch auf einer Kapitalerhöhung um 4,8 Mio. Euro im Jahresverlauf durch den Aktionär.
Im aktuellen Geschäftsjahr will der Spezialversicherer die Beiträge in Höhe des vom Treuhänder festgelegten Wertes anheben, was zu einem „deutlichen“ Beitragsplus führen und letztlich auch den Jahresüberschuss verbessern soll. Infolge der Schadenfälle aus dem VW-Abgasskandal, dem Widerruf von Immobiliendarlehen und den weiterhin durch das 2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetz (KostRMoG) steigenden Anwalts- und Gerichtsgerichtsgebühren wird aber auch mit höheren Schadenzahlungen gerechnet.
Die gebuchten Bruttobeiträge nahmen im Gj. 2015 eigenen Angaben zufolge allein durch mehr Neugeschäft um 3,9% auf 81,2 Mio. Euro zu. Die Zahl der Verträge wuchs um 2,7% auf 534.073. Die Zahl der gemeldeten Leistungsfälle erhöhte sich um 1,3%, die Zahlungen für Versicherungsfälle jedoch infolge des 2013 in Kraft getretenen KostRMoG um 5,2% auf 55,0 Mio. Euro. Die Schadenquote für Geschäftsjahresschäden wird mit 74,7 (75,3)% angegeben. Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Fälle wurden um 4,5 Mio. Euro auf 121,8 Mio. Euro aufgestockt; womit die Reservequote bei 153% der gebuchten Beiträge verharrte. Insgesamt betrugen die versicherungstechnischen Rückstellungen zum Bilanzstichtag 138,4 (132,6) Mio. Euro.
Die Kostenquote betrug wiederum 28,8%. Der versicherungstechnische Verlust vergrößerte sich auf 2,8 (−2,4) Mio. Euro. Aus den Kapitalanlagen von 172,6 Mio. Euro (+5,8%) wurden per Saldo 5,1 (4,9) Mio. Euro erwirtschaftet. Die Nettoverzinsung erreichte jedoch nur 3,0%. Die Bewertungsreserven betrugen 17,7 Mio. Euro, was 10,3% der gesamten Kapitalanlagen entspricht. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit erreichte 1,6 (1,5) Mio. Euro. Der Jahresüberschuss von 1,3 (1,0) Mio. Euro verblieb…