Erschienen in Ausgabe 9-2016Köpfe & Positionen

Zur Debatte: Haftungsrisiko beim Autopiloten

„Bestehendes Haftungsregime kann im vollen Umpfang auf autonome Systeme angwendet werden“

Von Matthias WissmannVersicherungswirtschaft

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Zur Debatte: Haftungsrisiko beim Autopiloten

„Bestehendes Haftungsregime kann im vollen Umpfang auf autonome Systeme angwendet werden“

Das Votum Großbritanniens hat viele in Europa überrascht, selbst die Briten hatten mit einem solchen Ergebnis nicht gerechnet und waren zum Teil geschockt. Die Politik sollte nach der ersten Enttäuschung jetzt die Dinge vernünftig angehen. Aus Sicht der Automobilindustrie gibt es eine klare Priorität: Es muss alles getan werden, um den bislang ungehinderten Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen Großbritannien und den anderen EU-Ländern auch künftig zu ermöglichen. Allerdings nicht um jeden Preis, sondern unter Maßgabe der „vier Grundfreiheiten der EU“.
Freier Handel bringt Vorteile für beide Seiten. In Brüssel sollte der Kerngedanke des Binnenmarktes wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Jede Regulierung benötigt Augenmaß und muss die Frage der Wettbewerbsfähigkeit Europas berücksichtigen. Die EU darf nicht zu einer Gemeinschaft ständig wachsender Transfers oder gar zu einer Transferunion werden. Sie sollte vielmehr wieder eine Gemeinschaft des Rechts und der Rechtsverbindlichkeit werden.

Rückgang der Schadensfälle

Mit großem Engagement verfolgt die deutsche Automobilindustrie ihre Strategie „weg vom Öl“. Wir lösen uns Schritt für Schritt von den fossilen Energieträgern. Mittel- bis langfristig liegt die Zukunft in alternativen Antrieben und Kraftstoffen. Allerdings brauchen wir auf diesem Weg einen gesunden Mix der Antriebsarten. Dazu gehört der Plug-in-Hybrid, dazu gehören auch Benziner und Diesel. Und natürlich sind realistische Zeiträume ins Auge zu fassen. Wenn heute – politisch motiviert – das „Ende des Verbrennungsmotors“ im Jahr 2030 gefordert wird, dann ist das weder klimapolitisch, industriepolitisch noch sozialpolitisch sinnvoll. Das geht auf keinen Fall, und das geht in keinem Industrieland der Welt.
Der zweite große Innovationstrend ist das vernetzte und automatisierte Fahren. Hier geht die Entwicklung mit Riesenschritten voran. Unsere Hersteller und Zulieferer sind mit großem Engagement dabei. Das automatisierte Fahren hat das Potenzial, zur weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses beizutragen. Daher ist langfristig von einem Rückgang der Schadens- und Haftungsfälle insgesamt auszugehen.
Im Rahmen der derzeitigen Diskussionen um das automatisierte und autonome Fahren wird sehr häufig die Haftung thematisiert. In vielen Ländern der Welt und in einigen US-Bundesstaaten…