Erschienen in Ausgabe 9-2016Unternehmen & Management

LV 1871: Neugeschäft und Beitragseinnahmen sinken spürbar – Der Brutto­überschuss steigt kräftig

Von Reinhold MüllerVersicherungswirtschaft

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Das Geschäftsjahr 2015 war bei dem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit wieder stark von den Auswirkungen des Lebensnversicherungsreformgesetzes und Solvency II geprägt. Aus Sicht der LV 1871 ein „anspruchsvolles Geschäftsjahr, das vor allem von der Umsetzung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) und den Vorbereitungen auf Solvency II geprägt war“, heißt es im Geschäftsbericht des Münchner Versicherers mit 9.483 Geschäftspartnern und 458 Mitarbeitern. Im Vorwort des Vorstandes wird daher an vorderster Stelle darauf hingewiesen, dass der Bruttoüberschuss um 49% auf 155,7 Mio. Euro gesteigert werden konnte, die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung um 74,8% auf 148,9 Mio. Euro zunahm und das Eigenkapital um 5 Mio. auf 105 Mio. Euro anstieg. Außerdem wird dort herausgestellt, dass der Zinszusatzreserve zur Sicherstellung der Garantieversprechen 67,1 Mio. (nach im Vorjahr 45,9 Mio.) Euro zugeführt wurden, womit sie nun 186,5 Mio. Euro ausmacht. Damit sinkt das Rechnungszinserfordernis der 4%-, 3,5%-, 3,25%- und 3%-Rechnungszinsgenerationen auf aktuell 2,88% für die kommenden 15 Jahre Vertragslaufzeit, wird dazu im Risikobericht angemerkt. Schließlich wird betont, dass der Qualitätsstrategie des Unternehmens „durch eine im dritten Jahr in Folge um 0,5 Prozentpunkte gesunkene Stornoquote Rechnung getragen“ worden sei. Sie liegt jetzt bei 4,6%.
Deutliche Bremsspuren weisen im Berichtsjahr das Neugeschäft und die Beitragseinnahmen auf. Die Zahl der eingelösten Versicherungsscheine ging von 29.413 im Jahre 2014 auf 24.462 im Berichtsjahr zurück, der laufende Jahresbeitrag des Neuzugangs verminderte sich von 44,6 Mio. auf 33,8 Mio. Euro und die Einmalbeiträge im Neugeschäftszugang sanken von 187,3 Mio. auf 159,3 Mio. Euro. Zugleich veränderte sich die am laufenden Jahresbeitrag gemessene Zusammensetzung des Neugeschäfts. Die mit einem Anteil von 34,3% (2014: 33,6%) höchste Nachfrage war unverändert bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen zu verzeichnen, bei den fondsgebundenen Versicherungen stieg der Anteil von 23,2 auf 31,4%, bei den Rentenversicherungen sank er von 30,3 auf 20,9% und bei den Kapital-, Risiko- und Kollektivversicherungen nahm er von 12,9 auf 13,4% zu.
Rückläufig war trotz gestiegener Abläufe von Verträgen mit abgekürzter Beitragszahlung gleichzeitig der Bestandsabgang. Gemessen am laufenden Jahresbeitrag sank er von 34,7 Mio. auf 33,6 Mio. Euro und nach Versicherungssumme von 1,54 Mrd. auf 1,47 Mrd. Euro. Am Bilanzstichtag…