Erschienen in Ausgabe 8-2016Unternehmen & Management

Mecklenburgische: Neue Produkte sollen Lebengeschäft ankurbeln – Kritik an Messlatte für Zinszusatzreserve

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe mit den Sparten Sach-, Lebens- und Krankenversicherung will im laufenden Geschäftsjahr wieder etwas besser als der Markt abschneiden. Der Jahresüberschuss soll auf dem guten Niveau des Vorjahres liegen. Die ersten Monate des laufenden Jahres bestätigen diese Einschätzung. In der Kompositversicherung ist die Schadenbilanz bislang günstig. In der Lebensversicherung sollen neue Produkte wieder Wachstum bringen. Dabei setzt die Mecklenburgische verstärkt auf Biometrie, deren Anteil bei rund einem Viertel der Neuabschlüsse in der Altersvorsorge liegt, sowie auf Berufsunfähigkeitsversicherungen. Bei den seit März angebotenen neuen Produkten trägt der Versicherer dem Niedrigzinsumfeld Rechnung, an dem sich ihrer Einschätzung nach auch vorerst nichts ändern wird. Neben der Klassik werden fondsgebundene Versicherungen mit und ohne Garantie sowie eine reduzierte Klassik-Variante angeboten. Bei letzterer handelt es sich um eine Kombination, wobei 85 bis 90% der Beiträge zu einem reduzierten Satz garantiert sind und der Rest in einen Fondsanteil fließt, der eine fondsgebundene Überschussbeteiligung bietet. Herausfordernd bleibt die Kapitalanlage. Vorstandschef Thomas Flemming verlangt eine Veränderung des Marktmechanismus, der der Zinszusatzreserve zugrundliegt. Dieser war auf die Verhältnisse 2011 abgestellt, die sich jedoch deutlich verändert haben und daher zu einer enormen Belastung der Versicherungen führen. Diese müssten vielfach stille Reserven auflösen, ein Mittel, auf das die Mecklenburgische 2015 nur in geringem Ausmaß zurückgegriffen hat.
Mit dem Gj. 2015 ist die Mecklenburgische Gruppe mit ihren 820 Mitarbeitern und 800 Ausschließlichkeitsvertretern laut Flemming insgesamt sehr zufrieden. Dies gilt für das Wachstum, aber auch für die guten Ertragszahlen. Die gesamten Beitragseinnahmen erhöhten sich um 2,5% auf 520,1 Mio. Euro. Die Zahl der Verträge konnte um 1,6% auf 2,3 Mio. gesteigert werden. Das versicherungstechnische Ergebnis verringerte sich wegen neuerlicher Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen auf 16,3 (Vj.: 17,2) Mio. Euro. Das Kapitalanlageergebnis belief sich im Konzern auf 75,8 (72,1) Mio. Euro. Darin enthalten sind höhere Erträge der Lebensversicherung aus Abgängen (8,4 nach 5,1 Mio. Euro). Die Nettoverzinsung lag unverändert bei 4,0% (Leben). Der Jahresüberschuss der Gruppe wird mit 16,4 (16,6) Mio. Euro ausgewiesen und den Rücklagen zugewiesen. Weiter gestärkt wurde damit Eigenkapital, das…