Erschienen in Ausgabe 8-2016Märkte & Vertrieb

Lebensorganisation via Smartphone

Chinesische Bevölkerung lässt ihre digitale Identität zunehmend über Konto-Policen versichern

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Die expandierende Anbang Insurance Group hat ihren Antrag auf Übernahme des amerikanischen Versicherers Fidelity  & Guaranty zurückgezogen. Die Chinesen konnten die Unterlagen zur Erläuterung der Finanzierung und Inhaberstruktur innerhalb einer gesetzten Frist nicht vorlegen. Im November 2015 hatte die in Peking ansässige Anbang verkündet, den US-Versicherer für 1,59 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Fidelity & Guaranty ist die größte Gesellschaft im Bereich jährlich auszahlender Versicherungsprodukte in den USA.
Aus informierten Kreisen ist zu hören, dass der Rückzug nicht als endgültig zu interpretieren ist. Derzeit muss Anbang zahlreiche Fragen der chinesischen Versicherungsaufsicht Circ beantworten, die die Finanzlage des Unternehmens prüft. In wenigen Jahren hat Konzernchef Wu Xiaohui in allen Ecken der Welt Versicherer und Luxushotels für Milliardenbeträge gekauft – darunter auch das Waldorf Astoria in New York. Das macht die Aufseher stutzig. Die hohen Zinsen, die Wu seinen Kunden verspricht, erwirtschaftet er mit einem Geschäftsmodell, das viele Analysten kritisch bewerten: zu viel Risiko, zu hohe Investitionen. Bislang scheint seine Strategie allerdings aufzugehen.

Unternehmen vernachlässigen Cyberrisken

Obwohl bei Hackerangriffen häufig China als Schuldiger feststeht, sind Unternehmen aus Fernost oftmals selbst Opfer von Cyberkriminellen. Dadurch erleiden sie Schäden in Höhe von jährlich 60 Mrd. US-Dollar. Unter den zehn größten Risiken, mit denen die Unternehmen in China konfrontiert sind, belegen Cyberrisks den fünften Platz. 2014 wurden mehr als 20 Millionen Internet-Nutzer Opfer von Internetkriminalität. Der landesweit bekannteste Vorfall war der Angriff auf den Reisebuchungsdienst Ctrip vergangenes Jahr. Dabei konnte Ctrip mehr als zwölf Stunden seine Dienstleistungen im Internet nicht anbieten und erlitt einen Verlust von über zwölf Mio. Dollar. Als Folge fiel die Aktie um 20 Prozent.
Trotzdem vernachlässigen nach wie vor viele Firmen das Cyberrisiko. Zurzeit verfügen nicht einmal zehn Prozent der chinesischen Unternehmen über einen Versicherungsschutz gegen Datenhavarie. Die Anzahl der cyberversicherten Firmen ist im Vergleich zum Vorjahr sogar zurückgegangen. Wegen dieser Zurückhaltung zeigen Versicherer auch nicht viel Motivation, diesen Schutz in großem Stil zu vermarkten. Einer der Vorreiter ist jedoch die Allianz China. Sie hat vor kurzem zwei Produkte eingeführt. Eines ver­sichert Schäden als Folge eines Internetangriffs bis zu…