Erschienen in Ausgabe 8-2016Märkte & Vertrieb

Revolution mit ökologischem Fußabdruck

Wie die Risiken umbrechender Mobilitätsmärkte zu bewältigen sind

Von Prof. Dr. Stephan RammlerVersicherungswirtschaft

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Die Verkehrsentwicklung der Zukunft ist von starkem Wachstum gekennzeichnet. Treiber sind Bevölkerungs- und Wohlstandszuwächse sowie eine internationale Arbeitsteilung. Durch die Urbanisierung bekommen diese Zuwächse eine besondere Dramatik, da den wachsenden Verkehrsmengen weniger Raum zur Verfügung steht und durch die kompakte Bündelung immer mehr Menschen von schadhaften lokalen Verkehrsemissionen betroffen sind.
Die fossile Abhängigkeit des Weltverkehrs ist die Schlüsselursache für die lokalen Schademissionen gleichermaßen wie für den wachsenden Ausstoß an Klimagasen und die geopolitischen Dauerkonflikte aufgrund Ressourcensicherungsstrategien von Indus­trienationen weltweit. Schließlich ist der Verbrauch von nicht treibstoffbezogenen Ressourcen aufgrund der steigenden Materialintensität von Mobilitätsprodukten ein problematisches Thema: Mehr Infrastrukturen, größere Fahrzeuge, hochwertigere Materialtechnologien und die Dynamik der digitalen Beschleunigung mit ihrem besonderen Bedarf spezifischer Rohstoffe lassen den materialbezogenen ökologischen Fußabdruck der Mobilität neben dem Verbrauch fossiler Energie zu einem immer dringlicheren Handlungsfeld werden.

Kreative Zerstörung etablierter Akteure

Neben diesen Verkehrsmengeneffekten ergibt sich im Augenblick vor allem aus den von der Digitalisierung getriebenen, womöglich „disruptiven“ Innovationsdynamiken in den Mobilitätsmärkten neben Chancen auch Risikopotenzial. Steht die „kreative Zerstörung“ der etablierten Akteure der Mobilitätswirtschaft durch die neuen Mitspieler aus der digitalen Branche ins Haus, folgen vor allem für die Automobilwirtschaft, aber auch für die öffentlichen Verkehrsanbieter Risiken, die in einem deutlichen Stabilitätsverlust der europäischen Volkswirtschaft insgesamt kumulieren könnten.
Positiv gewendet kann die Bearbeitung dieser Herausforderungen schnell zu einem wachsenden Maß an Lebensqualität in sichereren öffentlichen Räumen, einer gerechteren Daseinsvorsorge für alle und dauerhafter ökonomischer Widerstandsfähigkeit führen. Für die Mobilitätslösungen der Zukunft lässt sich der folgende Katalog von Ziel- und Gestaltungskriterien einer postfossilen und ressourceneffizienten Mobilität festhalten:
Einzige Möglichkeit, auf fossile Treibstoffe in der Mobilität zu verzichten, sind Antriebssysteme auf der Basis regenerativer Energie. Mittel- bis langfristig sind Batterien neben Wasserstoff das beste Speichermedium für Energie aus regenerativen Quellen. Künftig sollen vor allem…