Erschienen in Ausgabe 8-2016Märkte & Vertrieb

Reale Mutua folgt dem Ruf der Boomregion

Über seine spanische Tochter will Italiens größter Gegenseitigkeitsversicherer Südamerika erobern

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Unser Einstieg in einen Versicherungsmarkt wie Chile folgt dem Ziel, dass wir unsere Gesellschaft immer internationaler aufstellen wollen“, sagt Luca Filippone. Für den Generaldirektor des italienischen Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit Reale Mutua ist das kein Traditionsbruch. Der größte VVaG Italiens wurde im Jahr 1828 in Turin gegründet und seine internationale Expansion war bislang ausschließlich auf den spanischen Versicherungsmarkt und seine dortige Tochtergesellschaft Reale Seguros beschränkt. Nun hat das Turiner Assekuranzhaus bekannt gegeben, in den chilenischen Versicherungsmarkt einzusteigen. Der Fokus liegt dabei auf der Nichtlebensversicherung. Die beschränkten Wachstumschancen in Italien und auch Spanien dürften einer der wesentlichen Gründe für die Ausschau nach neuen Wachstumsregionen sein.
Der Einstieg ins Nichtleben-Geschäft Südamerikas wird nicht direkt vom italienischen Mutterhaus aus gesteuert, sondern über dessen spanische Tochtergesellschaft Reale Segu­ros. „Sie ist unser bevorzugter Brücken­kopf für den Einstieg in lateinamerikanischen Märkte aufgrund ihrer sprachlichen und kulturellen Nähe“, heißt es von der Reale Mutua in Turin. Als CEO von Reale Seguros ist damit Ignacio Mariscal in direkter Führungs­verantwortung. „Im Vergleich zum Heran­gehen anderer internationaler Ver­sicherungsgruppen ist diese Aufgabenverteilung ungewöhnlich, aber sie macht aus meiner Sicht sehr viel Sinn“, betont Mariscal.

Hoffen auf Kfz-Versicherungspflicht

Geplant ist die Gründung des Nichtlebensversicherers Reale Seguros Chile in Zusammenarbeit mit zwei lokalen Partnern. Dies ist nach Informationen der chilenischen Wirtschaftszeitung Economía y Negocios zum einen Eduardo Couyoumdjian, der ehemalige Generaldirektor des lokalen Versicherers Chilena Consolidada. Hinzu kommt Óscar Huerta, ehemals Generaldirektor bei Liberty. Beide werden neben der operativen Führung auch eine Minderheitsbeteiligung am Unternehmen erhalten, die sich abhängig von den Geschäftsergebnissen in den kommenden Jahren schrittweise erhöhen kann.
Das Investitionsvolumen der Reale für den Einstieg in Chile soll in den kommenden fünf Jahren bei 50 Mio. Euro liegen. „Zum Ende dieses Zeithorizonts soll dann der Break-Even erreicht werden“, erklärt Mariscal.
Zu Beginn wird sich die Reale vor allem auf das Privatkundengeschäft fokussieren. Die beiden ersten Versicherungszweige sollen die Kraftfahrt- und die Feuerversicherung sein. Insbesondere von der Kfz-Sparte erhoffen sich die…