Erschienen in Ausgabe 8-2016Unternehmen & Management

DEVK: Versicherungstechnische Verluste – Stille Reserven steigern Ergebnis – Mehr Zinszusatzreserve gebildet

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Die DEVK Versicherungen sind im Gj. 2015 wieder gewachsen, haben aber bei der Versicherungstechnik nicht zuletzt aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse Federn lassen müssen. In SHU vergrößerte sich der versicherungstechnische Verlust nach Zuführung von 30 (70) Mio. Euro zur Schwankungsrückstellung auf 22 (−8) Mio. Euro, die Personenversicherer erzielten 13 (12) Mio. Euro versicherungstechnischer Gewinn. Dass der Gewinn mit 88 Mio. Euro dennoch um knapp ein Drittel höher ausfällt als im Vorjahr, liegt am höheren Kapitalanlageergebnis. Im Vorgriff auf die diskutierte Besteuerung von Dividendenerträge sei einiges realisiert worden, sagte Vorstandschef Gottfried Rüßmann. Der 54-jährige hat Mitte Mai die Nachfolge des aus Altergründen ausgeschiedenen Friedrich W. Gieseler angetreten. Die Gruppe hat 2015 ihr Eigenkapital um 5,8% auf 1,82 Mrd. Euro verstärkt.
Bei den beiden Lebensversicherern der Gruppe habe man noch eine Nettoverzinsung von 4,12 (4,23)% erzielen können, ohne stille Reserven aufzulösen. „Bis dato haben wir noch nicht in die Schatzkiste gegriffen, um die Zinszusatzreserve (ZZR) zu finanzieren, so Rüßmann. 2015 habe man 134 Mio. Euro zugeführt; 2016 werden es voraussichtlich 200 Mio. Euro sein, für die man dann aber auch stille Reserven haben müsse. Nach Unternehmensangaben wurde die ZZR 2015 stärker dotiert als nötig, um potenzielle Aufwände in den Folgejahren zu vermindert. Statt des Referenzzinses von 2,88% habe man mit Zustimmung der Aufsicht bis 2,75% Rückstellungen gebildet. Zum Jahresende kamen die beiden Lebensversicherer im Solvency-II-Regime auf eine Eigenkapitalbedeckung von 125% ohne Übergangsmaßnahmen zu nutzen. Diese seien bei der Bafin beantragt und von dieser auch genehmigt worden.
Für 2016 rechnet die Gruppe mit einem Plus in der Schaden-/Unfallversicherung um rund 3,2%. „Wir haben die Durchschnittsbeiträge in Kraftfahrt erhöht und im Übrigen wollen wir in den klassischen Sparten wie Haftpflicht, Unfall, Hausrat wachsen – und das mit einem höheren Vertragsbestand“, sagt Rüßmann. An einer möglichen neuen Rabattschlacht will sich die Nummer fünf der deutschen Automobilversicherer nicht beteiligen. „Wir sehen die Gefahr, dass der ein oder andere Marktteilnehmer wieder die Beitragsschraube dreht, um sich Geschäft zuzukaufen. Es ist aber nicht unsere Politik, auf Teufel komm raus Geschäft zu kaufen. Mit einer Combined Ratio von marktweit 98% sind die Spielräume für Preisnachlässe nicht gegeben“, erklärt der Vorstandschef.
In der…