Erschienen in Ausgabe 8-2016Köpfe & Positionen

Finanzieller Risikoschutz.

Zu Titelreport: „Nervensache Infrastruktur“, .

Von Stefan JörißenVersicherungswirtschaft

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Erhält ein Bauunternehmen einen neuen Auftrag, so muss es in der Regel verschiedene Sicherheiten stellen. Der Auftraggeber will sich vor finanziellen Risiken schützen, die dadurch entstehen können, dass Leistungen nicht vertragsgemäß erbracht oder im Rahmen der vereinbarten Gewährleistungsfrist auftretende Mängel nicht ordnungsgemäß behoben werden. Ein Großteil dieser Sicherheiten wird aktuell durch Bankavale abgedeckt. Dabei gibt es aber auch andere attraktive Möglichkeiten: Die Kautionsversicherung z.B. bietet dem Unternehmen gegenüber einem Bankaval diverse Vorteile, insbesondere belastet ein Avalrahmen bei einem Kautionsversicherer die bestehende Kreditlinie bei der Bank nicht. Hierzu ein Rechenbeispiel: Der Bauunternehmer hat eine Gesamtkreditlinie bei der Bank über eine Million Euro. Nun benötigt er ein Aval von 250.000 Euro, um den Zuschlag für einen Auftrag zu erhalten. Das bedeutet, dass die Kreditlinie des Bauunternehmers bei der Bank durch die Bankbürgschaft um 250.000 Euro redu­ziert wird. Seine Liquiditätsreserve für Investitionen und zur Finanzierung des laufenden Geschäfts beträgt dadurch nur noch 750.000 Euro. Sichert sich der Bauunternehmer allerdings über eine Kautionsversicherung ab, bleibt seine Kreditlinie bei seiner Bank unverändert. Der finanzielle Handlungsspielraum von Unternehmen steigt.
Das Prinzip der Kautionsversicherung ist insoweit einfach: Genau wie bei einem Bankaval bürgt der Ver­sicherer mit seiner Finanzstärke und seinem guten Namen für das Bauunternehmen. Er leiht dem Bauunternehmen seine höhere Bonität und unterstützt die Finanzierung des operativen Geschäfts maßgeblich.
Im Idealfall diversifiziert ein Unternehmen seinen Bedarf auf mehrere Aval­geber und ist so flexibler bei der Annahme neuer Aufträge.