Erschienen in Ausgabe 8-2016Unternehmen & Management

Arag: Kräftiges Wachstum – Digitalisierungs­strategie wirkt – Leben-Sparte steht zur Disposition

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Der Arag-Konzern wird die Beitragseinnahmen in den ersten sechs Monaten 2016 voraussichtlich um 4,3% auf 890 Mio. Euro steigern. International wächst das Geschäft um 6,7% auf 320 Mio. Euro, national um 3,1% auf 570,7 Mio. Euro. Für den deutschen Rechtsschutz wird ein Plus von 6,5% und für das Kompositgeschäft von 5,4% genannt. „Der Geschäftsverlauf 2015 und der sehr gute Jahresbeginn 2016 dokumentieren, dass sich der Arag-Konzern in einer wirklich guten Form befindet“, sagte Vorstandschef und Mehrheitseigentümer Paul-Otto Faßbender in der Bilanzpressekonferenz. Bis 2020 will die Arag 2 Mrd. Euro Prämie schreiben, wovon mindestens 40 (2015: 33,9)% aus dem Ausland stammen sollen. „Unsere Zukunft entscheidet sich nicht in Lebensversicherung, sondern in den anderen Sparten“, sagte Faßbender, der zurzeit „alle“ Möglichkeiten für die Arag Lebensversicherungs AG prüfen lässt. Die Arag Leben zeichnet seit 2005 keine Verträge mit klassischen Garantien mehr. Rund die Hälfte der Beiträge sind fondsgebundene Policen, die andere klassisches Geschäft. 90% der versicherungstechnischen Rückstellungen von 2,3 Mrd. Euro entfallen auf die Klassik. Wie alle anderen Risikoträger des Konzerns erreicht auch die Lebensversicherung das selbst gesteckte Ziel einer Mindestkapitalisierung von 150% unter Solvency ll – allerdings mit Inanspruchnahme der Transitionals. Der Lebensversicherer hatte 2015 unter seiner strikten Umsetzung der Vorgaben des Lebensversicherungsreformgesetzes zu leiden: Während andere „Salamitaktik“ anwendeten und Provisionen stückweise anpassten, setzte die Arag Leben alles komplett zum 1. Januar 2015 um, was Maklergeschäft kostete. Das Neugeschäft ging auf 461 (687,2) Mio. Euro Beitragssumme zurück.
Der Konzern verzeichnete im Berichtsjahr ein Plus von 4,3% auf 1,65 Mrd. Euro. Das heimische Geschäft lag mit 2,6% Zuwachs dabei über dem Marktschnitt (0,6%). Der Policenbestand wuchs um 3% auf 6,6 Millionen Verträge. „Die Arag gewinnt neue Kunden hinzu“, so Faßbender. Das heimische Rechtsschutzgeschäft stieg um fast 6% auf 330,5 Mio. Euro, was allerdings zu einem Drittel von Beitragsanpassungen getragen wurde. Der Marktanteil erhöhte sich nach Jahren des Rückgangs wieder auf 8,9 (8,5)%. Mit Ausnahme des deutschen Rechtsschutzes schlossen alle Zweige versicherungstechnisch positiv ab. Der deutsche Rechtsschutz erzielte infolge der höheren Rechtskosten durch das neue Kostenrechtsmodernisierungsgesetz sowie der Anpassung von Altersversorgungsaufwendungen für den…