Erschienen in Ausgabe 8-2016Unternehmen & Management

VHV: Guter Start in das Geschäftsjahr 2016 – Digitalisierungsoffensive – Neuer Telematik-Tarif findet wenig Anklang

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Die Gruppe VHV Vereinigte Hannover Versiche­rung hat im vergangenen Jahr den Weg zu einer weitreichenden Digitaliserung ihres Geschäfts eingeschlagen. Die VHV 2.0 soll, wie Vorstandschef Uwe H. Reuter bei der Vorlage der Bilanz 2015 erklärte, zu einem digital bereiten Unternehmen der Versicherungswirtschaft weiterentwickelt und gestärkt werden. „In fünf Jahren wird die VHV ein anderes Unternehmen sein.“ Bereits 2015 wurden 40 Mio. Euro in die Digitalisierung gesteckt. In diesem Jahr wird die gleiche Summe investiert. Dabei geht es nicht nur um die IT. Die veränderten Kundenerwartungen erfordern einfachere Produkte, die elektronisch verarbeitet werden können. Diese Vereinfachung hat Auswirkungen nicht nur auf die Produkte, sondern auch auf den Vertrieb, die Technik sowie die „Abwicklungsfabrik“ (Backoffice). Reuter bezifferte den notwendigen Investitionsbedarf für dieses Vorhaben in einem Zeitraum von fünf Jahren auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Für diese Anforderungen habe die VHV durch das Fitnessprogramm ein solides Polster geschaffen. Dies sei ein bedeutender Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern.
Die konsequente Digitalisierung wird, wie der Vorstandschef einräumt, auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben. Genaueres könne man erst Ende des Jahres sagen. Die Interessen der Mitarbeiter sollen jedoch berücksichtigt und Entlassungen vermieden werden. Allerdings könnten die rund 300 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen – etwa 10% der Gesamtbelegschaft – von Entlassungen betroffen sein. Reuter verwies jedoch darauf, dass die VHV trotz Fitnessprogramms in den letzten Jahren rund 100 neue Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen habe. Daher gibt es erste Pläne für einen Erweiterungsbau. Nach Angaben von Vorstand Thomas Voigt, der für die Sachversicherung zuständig ist, gilt dies für alle Sparten. Weiter steigern wolle der Marktführer im hochprofitablen Bauversicherungssegment, der Urzelle der VHV Gruppe, seinen Marktanteil durch eine „aggressive“ Wachstumsoffensive „Bau“ von derzeit 22 auf 30% bis zum Jahr 2020. Im Visier hat man das Bauneben- bzw. Bauausbaugewerbe, also das Handwerk. Im dominierenden Bauhauptgewerbe hat die VHV einen Marktanteil von mehr als 30%. Voigt setzt dabei auf die gute Baukonjunktur. Die Insolvenzentwicklung sei schon lange nicht mehr so positiv gewesen. Die Branche sei gut situiert und mache wieder Gewinn.
Das Jahr 2016 hat nach den Worten von Reuter gut und aussichtsreich begonnen. Die Geschäftszahlen lägen für alle Bereiche…