Erschienen in Ausgabe 8-2016Märkte & Vertrieb

Urbane Verkehrsflüsse

Der Gütertransport im städtischen Raum nimmt neue Formen an

Von Matthias Hormuth und Petra Gust-KazakosVersicherungswirtschaft

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Der Transport von Gütern im städtischen Raum und das Zusammenspiel mit der Infrastruktur sowie anderen Verkehrsteilnehmern ist hochkomplex. Logistische und wirtschaftliche Interessen sind in Einklang zu bringen mit verkehrspolitischen und städtischen Entwicklungen. Megatrends wie die Globalisierung, Urbanisierung, E-Commerce und Home Delivery, aber auch neue Player wie Uber Cargo oder Amazon Fresh sorgen für mehr und neue Formen von Lieferverkehr. Immer kleinere Sendungen bei steigender Gesamtmenge führen zu häufigeren Transporten bei engen Lieferzeitfenstern, knappen Ladezonen und weiteren Restriktionen – nicht nur an Firmen und Geschäfte, sondern seit einigen Jahren und auch weiterhin zunehmend direkt an den Endkunden nach Hause, zur Arbeit oder an eine geeignet gelegene Paketstation. Das sind die typischen Probleme. Hinzu kommen Verkehrsbehinderungen, Emissionen und Lärm.
Industrie und Handel, Gastronomie, Baugewerbe, Entsorgung, Services und Logistikdienstleister – sie alle sind Teil von Urban Logistics. Die Städte wollen für diese Branchen attraktiv sein, aber natürlich auch für ihre Einwohner. Diese wiederum wollen einerseits in ihrer Rolle als Konsumenten pünktlich beliefert, andererseits aber nicht von Lärm, Staus und Schadstoffen belästigt werden. Logistikdienstleister ihrerseits stehen vor anspruchsvollen Aufgaben, etwa bei wachsendem Gesamtverkehr Services wie die Belieferung der Kunden am Tag der Bestellung (Same Day Delivery) zu stemmen. Abgesehen von den Transporten der Güter innerhalb von Städten sowie in die Stadt hinein und heraus gibt es weitere Fahrten, die ebenfalls nicht der privaten Mobilität dienen: Dienstfahrten, medizinische und technische Notdienste sowie weitere unverzichtbare gewerbliche Verkehre, die das Verkehrsaufkommen zusätzlich steigern. Sie gehören wie der Lieferverkehr zum städtischen Wirtschaftsverkehr und tragen zur Gesamtbelastung der Städte bei.

Vollautomatisierter Transport birgt Sicherheitsrisiken

Im Weißbuch Verkehr von 2011 definierte die Europäische Kommission die „Erreichung einer im wesentlichen CO2-freien Stadtlogistik in größeren städtischen Zentren bis 2030“ als eines ihrer verkehrspolitischen Ziele. Die Anzahl konventionell betriebener Fahrzeuge in Innenstädten soll stark reduziert, ab 2050 ihre Einfahrt sogar verboten werden.
Nicht nur Lieferdienste, auch Städte müssen das Thema aktiv angehen. Teilweise tun sie das bereits, beispielsweise mit Einfahrverboten für Lkws in bestimmten Bereichen oder durch…