Erschienen in Ausgabe 7-2016Trends & Innovationen

„Wir erfinden Versicherung neu“

Generali-Vorstandschef Liverani stellt umstrittenen Vitality-Tarif vor

Von Alexander KasparVersicherungswirtschaft

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Pay-as-you-live: Nach der Telematik-Box erfolgt nun der Startschuss für einen Tarif, der Gesundheitsdaten aus Wearables für Beitragsrückerstattungen auswertet. Als Teil seiner neuen Smart-Insurance-Strategie bietet Generali als erster deutscher Versicherer seit dem 1. Juli 2016 seinen Kunden die Möglichkeit, die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Risikolebensversicherung mit dem neu entwickelten Vitality-Programm zu kombinieren. Treppe statt Aufzug, Salat statt Pommes. All das wird analysiert, in Punkte und Prämien umgerechnet – bis zu 16 Prozent Abschlag bei BU, bis elf Prozent im Segment Risikoleben. „Das ist kein neuer Tarif, sondern ein Paradigmenwechsel. Denn wir wollen nicht erst beim Schaden da sein, sondern diesem bereits vorbeugen“, erklärt Deutschland-Chef Giovanni Liverani. Kunden können bei den angeschlossenen Kooperationspartnern der Generali, darunter Fitness-Studios, Sportartikelherstellern oder Reiseveranstaltern, zusätzliche Rabatte realisieren. Entwickelt wurde das Selbstoptimierer-Programm von dem südafrikanischen Versicherer Discovery, der in China mit Ping An, in den USA mit John Hancock, in Kanada mit Manulife und in Australien mit AIA kooperiert. Hannover Rück ist weltweit an der Einführung des Vitality-Modells beteiligt.
Kritiker monieren, die Generali leiste einer Segregation der Versichertengemeinschaft Vorschub. Verbraucherschützer warnen vor Datenmissbrauch. Auch die Allianz bleibt skeptisch gegenüber Fitness-Tracking und will – wie auch die Ergo-Tochter DKV – weiter auf ein datenbasiertes Kundenprogramm in der Krankenversicherung verzichten. Lediglich die gesetzlichen Krankenversicherer Barmer GEK und die AOK Nordost zeichnen Schritte per In-App-Tracking auf. Alexander Kaspar