Erschienen in Ausgabe 7-2016Trends & Innovationen

PKV rüstet sich für den Effizienzwettbewerb

Auf der Jahrestagung der Privaten Krankenversicherer betonte man die Wirtschaftskraft der Branche

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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In Vorbereitung auf das Wahljahr 2017 betonten die Privaten Krankenversicherer auf ihrer Jahrestagung am 23. Juni in Berlin ihre wirtschaftliche Bedeutung. Pro einem Euro Wertschöpfung in der PKV würden 2,10 Euro Wertschöpfung in der deutschen Volkswirtschaft geschaffen, berichtete Dennis A. Ostwald vom Darmstädter Wirtschaftsforschungsinstitut Wifor. Mit jedem Arbeitsplatz in der PKV seien 4,6 Arbeitsplätze in anderen Unternehmen in Deutschland verbunden. Insgesamt beläuft sich der Anteil des Gesundheitssektors auf zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Alarmiert sind die Privatversicherer von den Äußerungen des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zur neuen Gebührenordnung für Ärzte. Die SPD blockiert das über mehrere Jahre ausgehandelte neue Tarifwerk für die Ärzte, rein aus politischem Kalkül. „Der ab Herbst dieses Jahres einsetzende Bundestagswahlkampf dürfte die GOÄ-Reform verhindern“, schreibt die Rating-Agentur Assekurata im Ausblick auf die PKV. Die Hurra-Jahre mit sattem Wachstum scheinen nicht so bald zurückzukommen. „Wachstum ist in der Vollversicherung weiterhin nicht in Sicht“, schreibt Assekurata-Mann Gerhard Reichl. „Zu groß scheinen im Zuge der Niedrigzinsen die Verunsicherung und die Angst vor der Unbezahlbarkeit der PKV-Beiträge im Alter auf Seiten der potenziellen Kunden aber auch der Vermittler zu sein.”
Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach erklärte in Berlin, wie wichtig den Deutschen eine gute Versorgung im Krankheitsfall ist. Zumindest in den kommenden zehn Jahren kann das Leistungsniveau gehalten werden. Dass die Kosten im Gesundheitswesen kontinuierlich steigen würden, ist den Deutschen durchaus klar.

GOÄ wird geblockt

Die PKV bereitet sich auf eine Phase von stärkeren Beitragsanstiegen vor und will die Mechanismen so verändern, dass die Sprünge nicht mehr so abrupt ausfallen. „Die neue Gebührenordnung für Ärzte und die Neuregelungen zur Vermeidung von starken Beitragserhöhungssprüngen werden wohl in der Schublade verharren“, schreibt VWheute.
Im Durchschnitt der vergangenen 14 Jahre liegen die Anpassungssätze im Normalgeschäft bei 4,7 Prozent, berichtet Assekurata. In der Beihilfe für Beamte stiegen die Beiträge sogar nur um durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr. Zu Jahresbeginn erhöhten sich die Tarife für Beihilfeversicherte lediglich um 0,5 Prozent und für Normalversicherte um 3,1 Prozent. Am Markt ist man überzeugt davon, dass die Beiträge nicht auf Dauer so vergleichsweise stabil bleiben werden. Im…