Erschienen in Ausgabe 7-2016Unternehmen & Management

Öffentliche Braunschweig:  Trennung von Verlustgeschäften – Versicherungstechnik weiter im Minus – Verwaltung wird verschlankt

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Die Öffentliche Versicherung Braunschweig stellt sich darauf ein, dass ihr durch die demografische Entwicklung mittelfristig 20% der Kunden verlorengehen werden. Wie der stellvertretende Vorstandschef Knud Maywald bei der Vorlage der Bilanz 2015 erklärte, soll dies durch die Gewinnung neuer Kunden ausgeglichen werden. Dazu muss sich die Öffentliche aber auf das veränderte Kundenverhalten einstellen und startet eine Offensive 2030. Diese erfordert eine Digitalisierung der Arbeitsprozesse, aber auch eine Wachstumsstrategie mit dem Ziel, den Marktanteil zu steigern, um auch in Zukunft stabile Erträge zu erwirtschaften. Neben einer Senkung der Kostenquote um 5%-Punkte bis 2020 konzentriert sich die Öffentliche auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Derzeit wird rund die Hälfte aller Versicherungsanträge vollautomatisch in die IT-Systeme eingepflegt. Die Digitalisierung, in die jährlich 7 bis 8 Mio. Euro investiert werden, wird auch die Belegschaft treffen. So sollen im Innendienst 85 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Dafür sollen in den kundennahen Bereichen des Außendienstes mit seinen 155 Geschäftsstellen rund 150 neue Stellen geschaffen werden. Neu gegründet wurden zudem 17 Finanzcenter in den Geschäftsstellen, weitere Standorte sollen folgen. An neuen Produkten bietet die Öffentliche u.a. eine Rentenversicherung, die höhere Renditechancen bietet, gleichzeitig aber die Beiträge und die Zuteilung laufender Überschussanteile garantiert. Im Gj. 2015 hat das Unternehmen trotz eines versicherungstechnischen Verlustes und hoher Pensionszuführungen (26,3 Mio. Euro) dank der „exzellenten“ Erträge aus Kapitalanlagen den Gewinn gesteigert. Er wird mit 28,8 (26,0) Mio. Euro (nach Steuern und vor Beitragsrückerstattung) ausgewiesen. Ausgezahlt hat sich der gezielte Abbau des Industrieversicherungsgeschäftes und die Beendigung der Zusammenarbeit mit einer Maklerorganisation in der Kfz-Sparte. In diesem Jahr sollen die Beitragseinnahmen wieder steigen.
In der Lebenssparte wurde das Einmalbeitragsgeschäft wegen unrentabler Anlagemöglichkeiten bewusst stark zurückgefahren, sodass auch hier die Beitragseinnahmen deutlich rückläufig waren. Dadurch verringerten sich die gesamten Beitragseinnahmen der Gruppe auf 416,6 (Vj.: 467,3) Mio. Euro. Das Kostenmanagement zeigte jedoch erste Erfolge, wie Vorstandschef Michael Doering hervorhob. Die Kosten seien um 0,9 Mio. auf 19,7 Mio. Euro gesenkt worden. Dennoch blieb das versicherungstechnische Ergebnis…