Erschienen in Ausgabe 7-2016Märkte & Vertrieb

Gut gerüstet für den Ernstfall

Wie die Sparkassenversicherung unerwartete Schadenereignisse managt. Ein Erfahrungsbericht nach den Juni-Unwettern

Von Peter PhilippVersicherungswirtschaft

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Wer die Statistiken der Munich Re verfolgt, sieht, dass deutschland- und weltweit der Trend zu immer mehr und immer größeren Elementarschäden seit vielen Jahren eindeutig ist. Die Sparkassenversicherung ist mittendrin: Nach dem Orkan „Lothar“ (1999) hatten wir unter anderem den Hagel in Villingen-Schwenningen (2006), den Orkan „Kyrill“ (2007), den Starkregen im Killertal (2008), den Hagel in Reutlingen (2013) und den Sturm „Niklas“ (2015). Immer wieder gibt es Jahre ohne herausragendes Ereignis, in denen viele kleinere Elementarereignisse sich trotzdem zu stolzen Schadenzahlen aufaddieren. Diesmal ist es eine umgekehrte Omega-Wetterlage, die zu wochenlangen Unwettern in ganz Deutschland und damit auch im Geschäftsgebiet der SV führte. Es gab das ganze Programm: Sturm, Hagel, Blitzschlag – vor allem aber Starkregen, der lokal zu massiven Überschwemmungen und Überflutungen führte. Das mediale Bild bestimmte der Ort Braunsbach, in dem eine von den Wassermassen mitgerissene meterhohe Schlamm- und Gerölllawine die Häuser der Innenstadt zum Teil komplett zerstört hat. In dieser Ausprägung für eine Industrienation wie Deutschland ein völlig neues Katastrophenausmaß (siehe S. 10).

Dienstleister-Netzwerke Gold wert

Wenn es zu solchen Naturkatastrophen kommt, sind wir als Versicherer immer besonders betroffen, zumal 70 Prozent der Gebäude in Baden-Württemberg bei uns versichert sind. Diesmal kommt hinzu: Nahezu alle Kunden im Bundesland haben die erweiterte Elementarschadenversicherung, sodass zu ihrem Glück auch Überschwemmungs- und Hochwasserschäden abgedeckt sind. Wir rechnen für die Unwetterserie mit über 10.000 Schadenfällen.
So spektakulär die Bilder auch sein mögen, für die SV ist so ein Naturereignis im Grunde Alltagsgeschäft. Dabei verlieren wir aber nicht aus dem Blick, dass die Situation für die Betroffenen alles andere als Alltag ist. Unseren Kunden in ihren Notlagen möglichst schnell und kompetent zu helfen, ist das Ziel. Es gibt erprobte Pläne für Massenelementarschäden, die ständig aktuell gehalten werden – und die auch jetzt zum Einsatz kamen. Die Unwetter starteten am Freitagabend, den 27. Mai. Schnell war absehbar, dass wir es mit einem Massenelementarereignis zu tun haben und noch am Wochenende unsere Regulierer, Sachverständige und die Task-Force zu aktivieren waren.
Diesmal gab es nicht den einen Massenschaden an einem Ort, wie beispielsweise beim Hagel 2013, deshalb haben wir darauf verzichtet, mobile Schadenbüros einzurichten. In dieser ersten…