Erschienen in Ausgabe 7-2016Trends & Innovationen

Beiträge steigen, wie man auch rechnet

Prognos-Studie offenbart düstere Rentenszenarien. Nahles sucht Dialog mit Verbänden.

Von Manfred BrüssVersicherungswirtschaft

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Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist mit seinem Vorschlag, in der Rentenpolitik alle Akteure an einen runden Tisch zu bekommen, am Ziel. Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) wird nach Angaben ihres Ministeriums zur Vorbereitung des für den Herbst geplanten Rentenpakets zu einem „Dialog Alterssicherung“ einladen. Geplant sind drei Plenarsitzungen mit Vertretern von Verbänden der Arbeitgeber, Gewerkschaften sowie Fachleuten aus der Wissenschaft. GDV-Präsident Alexander Erdland begrüßte die Ankündigung. Der Verband hält eine Stärkung aller drei Säulen der Altersvorsorge für notwendig: Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV), die betriebliche Altersversorgung (bAV) und die private staatlich geförderte Altersvorsorge. Ein bei der Prognos AG in Auftrag gegebenes Gutachten, das für die GRV mögliche Rentenszenarien bis zum Jahr 2040 berechnet hat, zeigt Erdland zufolge, dass das Rentenniveau auch im günstigsten Fall weiter sinken wird und die Beiträge steigen. Die von Prognos angestellten Überlegungen, die Regelaltersgrenze an die weiter wachsende Lebenserwartung zu knüpfen, was letztlich in kommenden Jahrzehnten zur Rente mit 70 führen könnte, mochte Erdland aber nicht folgen. „Wir brauchen keine Debatte über eine Rente mit 70.“ Vielmehr könne die geplante Flexi-Rente die Menschen zu einem längeren Verbleib am Arbeitsplatz ermutigen, so Erdland. Allerdings müsse man darauf achten, dass hier keine neuen Ansätze für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben gesetzt würden. Erdland sprach sich auch für Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente aus. In Bezug auf die Betriebsrenten wünsche er sich ein Opting-out-Modell, bei dem ein Arbeitnehmer einer Teilnahme an der bAV ausdrücklich widersprechen müsste (siehe S. 14). Zudem sollte den Arbeitgebern ermöglicht werden, nur eine der fünf möglichen Durchführungswege anbieten zu können. Schließlich sollte es einen bAV-Freibetrag in der Grundsicherung geben und die Doppelverbeitragung beseitigt werden. In der Prognos-Studie werden mehrere Szenarien für die gesetzliche Rentenversicherung bis 2040 durchgerechnet (Früher in Rente, Rentenbeginn tatsächlich mit 67, und Rente mit 67+). Prognos-Wissenschaftler Oliver Ehrentraut betonte, dass letztlich alle Szenarien zu höheren Beiträgen zur Rentenversicherung und einem weiter sinkenden Rentenniveau (Nettorentenniveau vor Steuern) bis 2040 führen werden. Allerdings biete die Option 67+, eine Koppelung von Lebenserwartung und…