Erschienen in Ausgabe 7-2016Trends & Innovationen

Versicherer gegen Pflichtpolice

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Nach den verheerenden Juni-Unwettern ist die alte Debatte über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden neu entfacht. Trotz europarechtlicher Schwierigkeiten beschloss die Umweltministerkonferenz die Prüfbitte einer bundesweiten Zwangsversicherung an die Justizminister auf Initiative Baden-Württembergs und Bayerns. Sowohl der GDV als auch zahlreiche Versicherer äußerten sich kritisch zur Versicherungspflicht. „Es muss in der Verantwortung der Menschen bleiben, wie sie ihr Haus absichern“, betont die Bayerische. Der GDV argumentiert: „Wenn jeder Schaden in jedem Fall bezahlt wird, bleiben staatlicher und individueller Hochwasserschutz auf der Strecke.“ Der Verband erwartet auch einen Prämienanstieg. „Pflichtversicherung bedeutet auch Aufbau von Bürokratie, das hieße – alles wird umständlicher und teurer“, verheißt Klaus Zehner, Vorstand Schaden/Unfall der SV. Die Versicherungskammer Bayern plädiert insofern für Marktlösungen und eine Sensibilisierung der Bevölkerung. Im stark betroffenen Bayern besitzen nur 27 Prozent der Hausbesitzer eine Police gegen Hochwasser, bundesweit sind es 38 Prozent der Hausbesitzer.dg