Erschienen in Ausgabe 7-2016Unternehmen & Management

Externe Helfer am Limit

IT-Outsourcing hat bei den Versicherern die Sättigung erreicht. Der dynamische Markt braucht flexiblere Servicemodelle

Von Achim Nogli und Thorsten Vogel und Wilfried FritzVersicherungswirtschaft

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Unternehmen lagern interne IT- und Verwaltungsprozesse zunehmend aus und beauftragen dazu externe Dienstleister – auch bei zentralen Wertschöpfungsaktivitäten. Häufig mangelt es dabei jedoch an geeigneten Governance-Strukturen und Anbietersteuerung. Negative Erfahrungen führen in der Folge zu einer abwartenden Haltung der auslagernden Unternehmen. Vor allem den deutschen Versicherern wird in Bezug auf IT-Auslagerungen nachgesagt, traditionell eher konservativ zu agieren, was oft durch strenge rechtliche Anforderungen und Vorschriften begründet wird. Doch trifft diese These auch in der Praxis zu?
Eine aktuelle Bearing Point Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Auslagerungsgrad in der Versicherungsbranche in den letzten Jahren eine gewisse Sättigung erreicht hat. Zwar gaben 74 Prozent der teilnehmenden Versicherer an, bereits IT-Bereiche ausgelagert zu haben, jedoch planen lediglich sechs Prozent der Teilnehmer weitere Sourcing-Vorhaben. Bezogen auf die ausgelagerten IT-Bereiche ist der Auslagerungsgrad beim Rechenzentrum relativ hoch. Über 60 Prozent der Versicherer lagern zumindest Teile davon aus. Desktop-Services hingegen waren mehrheitlich noch nicht ausgelagert. Bemerkenswert ist zudem, dass die Relevanz von Kosteneinsparungen als Hauptziel von IT-Sourcing bei Versicherern in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Zwar sind Kosteneinsparungen für 74 Prozent der teilnehmenden Player noch immer ein relevantes Ziel, jedoch hat dieser Wert im Vergleich zu 2013 um sieben Prozent abgenommen.
Es kann angenommen werden, dass das Potenzial von Kosteneinsparungen in vielen Bereichen schon in der Vergangenheit ausgeschöpft wurde. So war die Konzentration auf das Kerngeschäft mit insgesamt 93 Prozent das am höchsten bewertete Ziel in der Studie. Diese Aussage wird auch dadurch bestärkt, dass Qualitätsverlust, rechtliche und regulatorische Vorgaben sowie die internen Hemmschwellen bei Mitarbeitern als zentrale Herausforderungen von IT-Sourcing-Initiativen angesehen werden.

Rankings und Ratings spielen bei der Auswahl eine untergeordnete Rolle

Bei der Frage nach den Gründen für die Auswahl eines spezifischen IT-Dienstleisters war der Preis das entscheidende Kriterium. Auffällig war, dass andere klar messbare Aspekte wie Rankings, Ratings und Unternehmensgrößen nur eine untergeordnete Rolle bei der Auswahl des Dienstleisters spielen.
Als zentrale Herausforderung für Versicherer in Bezug auf das IT-Sourcing stellte sich die Berücksichtigung der spezifischen…