Erschienen in Ausgabe 7-2016Köpfe & Positionen

Zur Debatte: Dualität im Gesundheitssystem

Bürgerversicherung birgt Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft

Von Dr. Frank WildVersicherungswirtschaft

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Zur Debatte: Dualität im Gesundheitssystem

Bürgerversicherung birgt Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft

Die steigende Lebenserwartung führt im Zusammenspiel mit einer bereits seit Jahrzehnten niedrigen Geburtenrate zu einer stetigen Erhöhung des Altersdurchschnitts der Bevölkerung. Diese Entwicklung ist nicht nur der gesünderen Lebensweise oder verbesserten hygienischen und sozioökonomischen Verhältnissen zuzuschreiben, sondern auch dem rasanten medizinisch-technischen Fortschritt. Da davon auszugehen ist, dass die Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden und Diagnostika weiter voranschreitet, stellt sie in Verbindung mit den demografischen Veränderungen auch das Gesundheitswesen und dabei vor allem die Kostenträger vor große Herausforderungen. Ein Ziel in unserem Gesundheitswesen sollte es dabei sein, dass auch in Zukunft alle Versicherten in Deutschland Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Versorgung erhalten.
Dazu können PKV und GKV ihre jeweiligen Stärken in ein gemeinsames Versorgungssystem einbringen, wovon letztendlich beide profitieren. Die PKV weist geringere institutionelle Hürden für den beschleunigten Zugang zu Innovationen auf und fördert damit den Zugang und die Bereitstellung von neuen Therapiemöglichkeiten. Auf der anderen Seite setzt die GKV für die Leistungsanbieter Anreize zur Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit.
Die zunehmende Alterung der Bevölkerung ist vor allem für umlagefinanzierte Sozialsysteme wie die GKV problematisch, da einer abnehmenden Zahl von Beitragszahlern immer mehr Leistungsempfänger gegenüberstehen. Modellrechnungen zufolge könnte der Beitragssatz in der GKV bis zum Jahr 2050 auf 25 Prozent steigen. In einigen Studien werden sogar noch höhere Werte vorhergesagt. Aus einem höheren Beitragssatz erwachsen erhebliche volkswirtschaftliche Belastungen, zumal auch andere Sozialversicherungszweige, wie die Rentenversicherung, eine ähnliche Entwicklung aufweisen werden.
Die PKV ist durch das Kapitaldeckungsverfahren und die damit verbundene Bildung von Alterungsrückstellungen auf die demografische Entwicklung vorbereitet. Insgesamt haben die PKV-Unternehmen derzeit Alterungsrückstellungen in Höhe von 219 Mrd. Euro aufgebaut. Dieser Betrag entspricht den derzeitigen Leistungsausgaben von fast neun Jahren. Die erhöhte Kapitalbildung führt zudem über mehr Investitionen zu einer höheren Arbeitsproduktivität und ermöglicht damit höhere Lohnzahlungen. Davon profitieren wiederum die…