Erschienen in Ausgabe 7-2016Märkte & Vertrieb

Rasantes Wachstum

Die Förderung der Landwirtschaftsversicherung gilt in China als eine der wichtigsten staatlichen Aufgaben

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Die Experten des Asia Risk Center schätzen in dem von ihnen veröffentlichten Risikomodell für die chinesische Landwirtschaft das Beitragsaufkommen aus Agrar-Versicherungen auf voraussichtlich rund acht Mrd. US-Dollar im Jahr 2017. Derzeit beträgt das gesamte Prämieneinkommen der Sparte ca. fünf Mrd. Dollar. In den vergangenen Jahren ist die Landwirtschaftsversicherung in China rasant gewachsen. Das lässt sich wesentlich auf Fördermaßnahmen der Zentralregierung zurückführen. Angesicht der riesigen Bevölkerungszahl sieht sich die Regierung verpflichtet, effektiv für die Sicherheit der Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sorgen. So steigern sich die staatlichen Subventionen für Agrar-Versicherungen im Reich der Mitte von Jahr zu Jahr. Für 2013 wurde eine Subventionssumme in Höhe von umgerechnet 673 Mio. Euro ausgegeben. Das entspricht einer Steigerung von 41,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der Fördermaßnahmen liegt die Versicherungsdichte immer noch bei nur 0,5 Prozent im Durchschnitt. Die Förderung der Landwirtschaftsversicherung definiert die Regierung als eine der wichtigsten staatlichen Aufgaben. Angesichts dessen versprechen sich viele chinesische Versicherer ein enormes Potenzial im Agrar-Geschäft. Auch weil sich die Landwirtschaftsversicherung in China in Zukunft weiter auf die Fischerei, Viehzucht und Forstwirtschaft ausdehnen wird, so eine Prognose des Asia Risk Center.

In Hongkong floriert das Geschäft mit Festland-Chinesen

Immer wieder strömen Chinesen vom Festland nach Hongkong, um dort eine Lebensversicherung abzuschließen. Grund hierfür ist der Umstand, dass die Kapitallebensversicherung der Hongkonger Unternehmen im Vergleich zu den chinesischen höhere Rendite verspricht. Eine Hongkonger Lebensversicherung bringt derzeit ca. vier Prozent Rendite pro Jahr, während eine vergleichbare chinesische Lebenspolice nur drei Prozent vorweisen kann. Auch auf dem Gebiet der Dread-Disease-Versicherung bieten die Policen aus Hongkong bessere Konditionen als ihre chinesischen Gegenstücke. So versichert eine Hongkonger Police 50 verschiedene Schwerkrankheiten, eine vergleichbare chinesische Police deckt nur 35 Krankheitsarten ab. Außerdem sind die Kunden in einer Hongkonger Dread-Disease-Police nicht zu einer Selbstbeteiligung verpflichtet. Die chinesischen Versicherer verlangen hingegen von ihren Kunden verschiedene Gesundheits-Checkups und erheben ggf. auch Zuschläge.
Der Hongkonger Versicherungsaufsicht zufolge beliefen sich die Beitragseinnahmen der…