Erschienen in Ausgabe 7-2016Unternehmen & Management

E+S Rück: Prämieneinnahmen trotz selektiver Zeichnungspolitik gestiegen – Überkapazitäten drücken auf Konditionen

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Die E+S Rückversicherung AG ist mit der Geschäftsentwicklung 2015 zufrieden, obwohl das extrem niedrige Zinsumfeld und der intensive Wettbewerb eine große Herausforderung darstellen. Dies gilt nach den Worten von Vorstandschef Ulrich Wallin sowohl für die erzielbare Kapitalanlagerendite als auch für die Preise und Konditionen für Rückversicherungsdeckungen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erstversicherer aufgrund guter Kapitalisierung weniger Risiken in Rückdeckung geben. An dieser Situation hat sich auch im laufenden Jahr nichts geändert. Dennoch rechnet Wallin auch 2016 mit einem positiven Geschäftsverlauf. Das Prämienvolumen im dominierenden Deutschlandgeschäft hat sich im Rahmen der ersten Erneuerungsrunde zum 1. Januar leicht verringert. Daher wird auch für das Gesamtjahr insgesamt mit einer leicht rückläufigen Entwicklung der Bruttoprämien gerechnet. Dies gilt sowohl für die Sach- als auch für die Personen-Rückversicherung. Niedriger als 2015 dürfte zudem das Kapitalanlageergebnis ausfallen. Dennoch wird insgesamt ein Jahresüberschuss auf Vorjahreshöhe erwartet.
Im Gj. 2015 wuchs die gebuchte Bruttoprämie um 6% auf 2,03 Mrd. Euro. Dazu steuerte das deutsche Geschäft 1,16 Mrd. Euro (+5,2%) bei, international belief sich das Prämienvolumen auf 0,87 Mrd. Euro (+6,9%). Wachstumsraten von 5,7% und 6,7% wurden in der Schaden- bzw. Personen-Rückversicherung erzielt. Während sich in den Privatsparten, vor allem im Kraftfahrt- und Wohngebäudegeschäft, die Prämienqualität verbesserte, waren die Industriesparten, insbesondere das Feuergeschäft, weiterhin von einem starken Wettbewerb geprägt. Hinzu kommen die seit Jahren kontinuierlich steigenden Schadenquoten. Die Belastungen aus Großschäden blieben mit 77,5 (Vj.: 71,2) Mio. Euro unter dem Budget von 120 Mio. Euro. Größte Schadenereignisse waren der Wintersturm „Niklas“ und die Explosionen im Hafen von Tianjin in China. Das versicherungstechnische Ergebnis (vor Veränderung der Schwankungsrückstellung und anderer Rückstellungen) lag mit 33,7 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert (147,8 Mio. Euro). Dies beruht neben den gestiegenen Schadenbelastungen vor allem auf dem Wegfall eines positiven Einmaleffekts in der Sparte Leben im Zuge der Aufgabe des Geschäftsaustausches im Rahmen der Zeichnungsgemeinschaft mit Hannover Rück. Hier hatte 2014 die Verrechnung des Nettoportefeuillewertes 55,7 Mio. Euro in die Kassen gespielt. Durch eine mit 17,6 (117,2) Mio. Euro stark gekürzte Zuführung zur…