Erschienen in Ausgabe 7-2016Unternehmen & Management

Gothaer: Eigenkapital verstärkt – Ausstieg aus der Klassik – Kooperationen gesucht

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Getragen von besserer Versicherungstechnik, einem höheren Kapitalanlageergebnis und mehr sonstigen Erträgen hat der Gothaer-Konzern den Jahresüberschuss auf 133,8 (116,8) Mio. Euro gesteigert. Vor Steuern hat sich der Gewinn auf 248,4 (122,1) Mio. Euro gut verdoppelt. Damit wurde wie in den Vorjahren das Eigenkapital auf 1,84 (1,78) Mrd. Euro erhöht. Einschließlich so genannter Eigenkapital-Surrogate (Genussrechtskapital und nachrangige Verbindlichkeiten) kommt der Versicherungsverein auf 2,56 (2,32) Mrd. Euro Eigenkapital. Die Solvenzquote erreicht 193,6 (196,0)%.
Die Quote unter Solvency II wollte Vorstandschef Karsten Eichmann in der Bilanzpressekonferenz nicht nennen. Dieser Wert sei noch volatil – unter anderem, weil durch den beabsichtigten Verkauf aller Hedge-Fonds-Positionen Risiko herausgenommen wird. Die Bedeckung sei „aber sehr komfortabel, auch ohne Transitional“, erklärt Eichmann. Für den Lebensversicherer habe man diese Übergangsmaßnahme aber beantragt und auch genehmigt bekommen. Eichmann begründete die Inanspruchnahme dieser Hilfe damit, dass „wir Eigenkapital an den Stellen allozieren, wo es auch eine entsprechende Eigenkapitalrendite gibt. Die ist in der Lebensversicherung nicht sehr groß. Das ist mehr ein Achtungsergebnis, die Lebensversicherung hochzuhalten. Unter Renditegesichtspunkten macht das keinen Spaß.“
Wie viele andere Wettbewerber geben auch die Kölner das Geschäft mit klassischen Garantien auf. Zum 1. Juli wird die Linie Gothaer Zukunftsvorsorge eingeführt. Das sind die Produkte „Garantierente“ (Anlage ausschließlich im Sicherungsvermögen) und „Garantierente Performance“ (Anlage im Sicherungsvermögen plus Anlage in zwei ETF’s – MSCI und Stoxx Europe 600). Die Tarife haben endfällige Garantien, eine lebenslange garantierte Mindestrente und garantierte Rechnungsgrundlagen bei Rentenbeginn. Beim fondsgebundenen Produkt sind Beitragsgarantien in 10%-Schritten bis 100% wählbar. Diese Produkte werden Privat- wie auch Firmenkunden angeboten und substitutiv zu klassischen Garantieprodukten eingeführt, so Lebenvorstand Michael Kurtenbach. In der betrieblichen Altersvorsorge starten sie zeitgleich auch als Direktversicherung. Bei den anderen Durchführungswegen wird es wegen ausgelasteter IT-Kapazitäten dauern. Schrittweise werde sich die Gothaer aber auch in der bAV aus klassischen Garantien zurückziehen, kündigte Kurtenbach an.
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