Erschienen in Ausgabe 7-2016Köpfe & Positionen

Im Profil Wolfgang Breuer

„Wir sind parteipolitisch völlig unabhängig und ausschließlich für den Bürger da“

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender Provinzial Nord West, Hauptsitz Münster. Der Manager hatte in seiner mittlerweile rund anderthalb-jährigen Amtszeit schon einige Hürden zu bewältigen. Nach Zeiten der Unruhe um seinen Vorgänger Ulrich Rüther und immer wieder aufflammenden Fusionsgerüchten, bewegt sich der zweitgrößte öffentlich-rechtliche Versicherer in Deutschland in ruhigem Fahrwasser. „Spekulationen über angeblich geheim laufende Fusionsverhandlungen haben uns als Vorstand nicht nur überrascht, sondern auch sehr verärgert. Unsere Anteilseigner haben die von den Medien in Umlauf gebrachten Spekulationen sofort dementiert“, erklärt der bodenständige Manager.
Dass die Rahmenbedingungen, unter denen die Versicherungsbranche, aber auch die Eigentümer der Provinzial arbeiten und wirtschaften, komplex und herausfordernd seien, davon ist Breuer überzeugt. Notwendige Veränderungen würden an den Grenzen des Geschäftsgebietes nicht haltmachen. „Vor den aktuellen Realitäten können wir nicht die Augen verschließen.“ Gerade deswegen werde jeder zukünftigen Herausforderung aus einer Position der Stärke heraus begegnet. Klar sei aber auch, dass das Thema der Konsolidierung unter den öffentlichen Versicherern auf der Zeitachse wiederkommen werde.

Positive Geschäftsentwicklung

Das Versicherungsgeschäft macht Breuer auch in der heutigen Zeit noch Spaß. Allerding könne man bei der derzeitigen Niedrigzinspolitik schon die gute Laune verlieren. Die Lebensversicherung hält der 54-Jährige für ein wichtiges sozialpolitisches Instrument. „Denken Sie an die vielen selbstständigen Mittelständler und Handwerker, die nicht in den Komfort der gesetzlichen Rentenversicherung kommen werden. Für sie ist die Lebensversicherung der einzig gangbare Weg zur vernünftigen Absicherung im Alter.“ Auch in der Kompositversicherung kommt nach Auffassung des Motorrad-Fans Freude auf. „Vieles ist in den Sparten in den letzten Jahren super gelaufen.“ Sowohl in Kfz als auch in Wohngebäude seien die notwendigen Sanierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen worden. Breuer vergleicht die heutige Versicherungswirtschaft mit der vor rund 20 Jahren. Während die Branche früher meist auf rein vertrauensbasierter Grundlage stattgefunden habe, die sehr frei in ihren Gestaltungsmöglichkeiten war, hat sich das inzwischen komplett verändert. Durch die Regulierung habe sich aber auch Vieles zum Guten entwickelt. Als ein Beispiel führt er die umfassende Portefeuille-Steuerung an.
Wenn der Manager aus seinem…