Erschienen in Ausgabe 7-2016Unternehmen & Management

Unterstützungskassen vor dem Aus?

Restriktive Regelungen der Finanzverwaltung verhindern „Neue Klassik“-Einführung bei Rückdeckungsversicherungen

Von Günter CarduckVersicherungswirtschaft

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Die Niedrigzinsphase drängt die Lebensversicherer zu neuen Produkten. Den Marktakteuren fällt es immer schwerer, den durchschnittlichen Garantiezins ihres Versicherungsbestandes zu erwirtschaften. Vor dem Hintergrund von Solvency II ist zudem eine Verschiebung der Kapitalanlage zu Gunsten besser verzinster, aber dafür risikoreicherer Anlageformen wegen höherer Eigenkapitalanforderungen keine wirkliche Alternative. Viele Versicherer haben begonnen, sich von klassischen Lebensversicherungstarifen zu verabschieden. Unter dem Claim „Neue Klassik“ werden zunehmend Produkte auf den Markt gebracht, die nur noch über ein stark abgesenktes Garantieniveau verfügen. Hier handelt es sich um fondsgebundene oder kapitalmarktorientierte Produkte, deren Leistungsniveau letztlich von der Performance der gewählten Anlage des Deckungsvermögens und der Kosteneffizienz des Lebensversicherers bzw. des Asset-Managements abhängt.

BAV-Problematik bei rückgedeckten Unterstützungskassen

Exemplarisch seien in diesem Zusammenhang dynamische Hybridprodukte der Anbieter genannt. Diese bieten garantierte Mindestleistungen auf der Grundlage der bis zum Altersrentenbeginn gezahlten Beitragssumme. Mögliche Beitragsanteile für die Absicherung vorzeitiger Risiken bleiben unberücksichtigt. Auf Basis des garantierten Mindestkapitals wird häufig eine garantierte Mindestrente bzw. ein garantierter Verrentungsfaktor durch den Versicherer zugesagt.
Die zur Besicherung der Mindestgarantie nicht benötigten Sparanteile werden i.d.R. in Investmentfonds investiert. Sobald und solange es die Fondsperformance zulässt, werden die zur Gewährleistung der Mindestleistung erforderlichen Sicherungsmittel aus dem Sicherungsvermögen des Versicherers entnommen und der besser performenden Fondsanlage zugeführt. Im Ergebnis erhält der Kunde zwar eine geringere Garantieleistung, profitiert aber von der Chance, an den Kapitalmärkten eine insgesamt höhere Rendite erzielen zu können. Einige Anbieter garantieren auch zu Vertragsbeginn einen Rentenfaktor für die Verrentung des erreichten Gesamtkapitals zum Rentenbeginn. Dieser enthält im Vergleich zum aktuellen Rentenfaktor entsprechende Risikoabschläge, um dem Zinsänderungsrisiko und einer weiter steigenden Lebenserwartung vorzubeugen.
Die Einführung modifizierter Garantieprodukte in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) als Rückdeckungsversicherungen im Rahmen des Durchführungsweges Unterstützungskasse ist aufgrund der bestehenden steuerlichen Vorschriften nahezu nicht…