Erschienen in Ausgabe 7-2016Unternehmen & Management

Provinzial Rheinland: Sanierungen der Wettbewerber treiben Wohngebäudesparte – Lebensversicherer wächst mit Einmalbeitrag

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Provinzial Rheinland Gruppe ist 2015 um 3,8% auf 2,74 Mrd. Euro Beitrag gewachsen. Dabei legte die Provinzial Rheinland um 3,5% auf 1,13 Mrd. Euro zu. Treiber waren die Sparten Kraftfahrt, die dank eines positiven Saldos aus dem Jahreswechselgeschäft 2014/15 um 6,5% auf 368,2 Mio. Euro Prämie zulegte, Wohngebäude (+3,4% auf 270,2 Mio. Euro) sowie Unfall (+3,3% auf 70,8 Mio. Euro). In der Wohngebäudeversicherung profitierte der Öffentliche von den Sanierungen der Wettbewerber. „Das mussten wir nicht und haben so viele Neukunden gewonnen“, sagte Vorstandschef Dr. Walter Tesarczyk auf der Bilanzpressekonferenz. Das Vertriebsergebnis in dieser Sparte legte 2015 um 18,1% und im ersten Tertial 2016 um fast 37% zu, ohne dass Preiszugeständnisse gemacht worden seien. Mit der Wohnungswirtschaft, die ein starker Motor sei, zeichne man jetzt Geschäft zu den Promille-Sätzen, die vor fünf Jahren noch von Wettbewerbern unterboten wurden. Die Schadenquote lag hier 2015 bei 57%. In der privaten Wohngebäude erreichte die Combined Ratio 86% gegenüber 102% im Markt. Im Neugeschäft mit der Industrie „zeichnete man sich zurück“, weil die Preise nicht auskömmlich seien, sagte Vorständin Sabine Krummenerl. Das eigene Industriegeschäft erziele noch eine Combined Ratio von unter 100%. Die Bestände wüchsen noch, aber nicht mehr so stark. Trotz der lokalen Unwetter „Mike“, „Niklas“ und „Siegfried“, die brutto mit 65,3 Mio. Euro Schaden zu Buche schlugen, wurde über alle Sparten wieder eine Combined Ratio von 88,7 (88,8)% erzielt. Der deutlich unter der GDV-Hochrechnung von 96,0% für den Gesamtmarkt liegende Wert ergibt sich auch aus einer niedrigen Kostenquote von 22,3%. Als Folge eines rückläufigen Kapitalanlageergebnisses von 77,5 (84) Mio. Euro sank der Gewinn vor Steuern auf 88 (98) Mio. Euro.
Unverändert nicht rund läuft es dagegen bei der 2009 übernommenen Lippische Landes-Brandversicherungsanstalt. Diese wuchs zwar um 4,9% auf 101,1 Mio. Euro, machte aber auch 3,5 Mio. Euro Verlust. Neben einem Feuerschaden von 8 Mio. Euro musste 2015 eine Sparte nachreserviert werden, sagte Krummenerl. Die seit Mitte 2014 laufenden Sanierungsmaßnahmen seien 2015 durch Maßnahmen zur Ertragssteigerung verstärkt worden. Dabei wurden bei der Detmolder Tochter Bestände in Wohngebäude und Kraftfahrt „angefasst“. In Kraftfahrt gebe es Erfolge. 2016 werde die Sanierung konsequent fortgeführt.
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