Erschienen in Ausgabe 6-2016Trends & Innovationen

Unter Fittichen der Rückversicherer

German-Wings-Unglück rauscht an der Delvag fast spurlos vorbei

Von Christoph BaltzerVersicherungswirtschaft

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Die Belastung durch den Absturz der German-Wings-Maschine hat die Delvag problemlos gemeistert. Grund dafür ist die äußerst konservative Rückversicherungspolitik der Captive des Lufthansa Konzerns. Im Jahr 2015 lag der Selbstbehalt der Delvag Luftfahrtversicherungs-AG bei 40,2 Prozent der Beitragseinnahmen. Im Hauptgeschäftsfeld Luftfahrtversicherung schnellten die Aufwendungen für Versicherungsfälle von 12,6 auf 111,3 Mio. Euro (brutto) hoch. Die Beitragseinnahmen der Delvag liegen bei nur 73,9 Mio. Euro.
„Der Absturz des Germanwings-Flug 4 U 9525 hat deutliche Spuren hinterlassen“, heißt es im Geschäftsbericht des Kölner Versicherers. Hinzu kamen Belastungen aus Flottenpolicen anderer Airlines. Trotz der außergewöhnlich hohen Schäden erzielte die Lufthansa-Tochter einen operativen Gewinn von 12,6 Mio. Euro (Vorjahr: 18,7 Mio. Euro). Der Luftfahrtversicherer schützt seine Solvabiltät mit Jahresüberschaden- und Schadenexzedenten-Rückversicherung. Nach dem German-Wings-Unglück führte man 93,1 Mio. Euro den versicherungstechnischen Rückstellungen zu. Davon kamen 87,4 Mio. von den Rückversicherern. Für netto lag die Schaden-Kosten-Quote in der Luftfahrtversicherung lediglich bei 65,9 Prozent, der Schwankungsrückstellung führte man sogar noch 270 Tsd. Euro zu. AM Best bestätigte das Rating (A) der Delvag. Sie verfügt über ein Eigenkapital in Höhe von 47 Mio. Euro.
Aus Effizienzgründen fusionieren im Laufe dieses Jahres die Kölner das Geschäft der Delvag Rück auf die Muttergesellschaft. Sie war 1985 für das Rückversicherungsgeschäft gegründet worden und verzeichnete im vergangenen Jahr Beitragseinnahmen von 28,1 Mio. Euro. Man ist in Köln sehr optimistisch. Beim Renewal haben sie bereits für das Buch der Delvag gezeichnet, den Bestand habe man ausgebaut und neue Kunden gewonnen, berichten Frank Hülsmann und Reiner Siebert im Geschäftsbericht der Gesellschaft. Zudem werden die Kölner die Kapital­anlage ausgliedern.ba