Erschienen in Ausgabe 6-2016Köpfe & Positionen

Blasenbildung.

Zu Titelreport: „Nervensache Infrastruktur“, .

Von Martin BergerVersicherungswirtschaft

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Wir erwarten, dass sich das derzeitige Zinsniveau in diesem Jahrzehnt nicht ändert oder nur leicht ansteigt. Investitionen in Sachwerte sind ohne Alternative. Wir investieren in Aktien und bevorzugen dort insbesondere ein Minimum-Value-at-Risk-Konzept mit Aktien in Euro sowie Value-Ansätze in ausgesuchten Dividendenpapieren als Kuponersatz. Zur Beimischung halten wir Emerging Markets mittelfristig für attraktiv. Bei Fremdwährungsengagements ist eine Währungsabsicherung aufgrund der Solvency-II-Effekte und aus grundlegenden Chance-/Risikenüberlegungen unerlässlich. Seit langem fahren wir eine vergleichsweise hohe Immobilienquote, wobei in den interessanten Segmenten eine Blasenbildung erkennbar ist. Daher entwickeln wir zunehmend Objekte für den Eigenbedarf zusammen mit Projektierern. Sehr interessant ist zudem der Bereich der Immobilienfinanzierung.
Vom derzeit diskutierten Thema Infrastrukturinvestments im Sinne einer Anlage in öffentlicher Infrastruktur in Deutschland erwarten wir nicht viel. Ein Investitionsprogramm müsste in naher Zukunft konkretisiert werden und dazu volumenmäßig bedeutend sein. Im Moment sehen wir aber noch keinen stabilen politischen Konsens, dass überhaupt Infrastrukturinvestments zu auskömmlichen Renditen durch institutionelle Investoren durchgeführt werden. Auch würden diese Investitionen voraussichtlich einen erheblichen zeitlichen Planungsvorlauf haben. Bereits jetzt mögliche Public-Private-Partnership-Programme sehen wir ebenfalls kritisch. Entweder sind dort die Investitionsvolumina relativ hoch, oder man findet sich in einem langfristigen Betreibermodell wieder, bei der die Versicherung mangels eigener Branchenexpertise nicht unerhebliche negative Entwicklungsrisiken hat. Attraktiver scheint da im Moment der Aufbau von eigenem Know-how im Bereich der Renewables. Leider ist auch hier mittlerweile eine Blasenbildung für inländische Anlagen zu erkennen, sodass sich Investments teilweise nur noch aufgrund der inhärenten Finanzierung rechnen.
Wie eingangs bereits ausgeführt, erscheint uns eine Anlage in traditionelle, nahezu risikofreie Investments nicht sinnvoll. Eine stärkere Diversifizierung der Kapitalanlage und ein Ausbau des eigenen Know-hows sind daher erforderlich. Trotz aller Diversifizierung werden Zinstitel weiterhin das Fundament der Kapitalanlage bilden. Für uns stehen dabei europäische Staatsanleihen, Corporates und Anleihen von Banken mit stabilem Geschäftsmodell im mittleren Laufzeitensegment im Vordergrund. Für…