Erschienen in Ausgabe 6-2016Unternehmen & Management

R+V: Beitragsplus durch steigendes Rückversicherungsgeschäft – Gewinnrückgang durch höhere Abschreibungen auf Kapitalanlagen

Von Reinhold MüllerVersicherungswirtschaft

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Anders als etliche Wettbewerber bietet die R+V neben kapitalmarktorientierten Produkten auch weiterhin aktiv klassische Garantieprodukte an“, stellt die R+V Versicherung in ihrem Konzerngeschäftsbericht 2015 fest. Begründet wird dies mit Umfragen, die belegten, „dass Sicherheit und garantierte lebenslange Leistungen für die Kunden bei ihrer Altersvorsorge nach wie vor an oberster Stelle stehen.“ Im Geschäftsjahr 2015 hat diese Strategie offenbar bewirkt, dass der Versicherer des Genossenschaftssektors nach eigenen Angaben „in einem branchenweit schwierigen Jahr ohne Sondereffekte bei Lebens- und Pensionsversicherungen ein Rekordneugeschäft und ein marktüberdurchschnittliches Wachstum“ erzielte. Unternehmenschef Friedrich Caspers, der am 1. Januar 2017 an Norbert Rollinger übergibt, verteidigte bei der Bilanz-Pressekonferenz in Wiesbaden vehement die Riester-Rente. Mit einem Neugeschäftsbeitrag von knapp 1,5 Mrd. Euro war die bAV mit weitem Abstand die gefragteste Produktkategorie. Obwohl der Versicherer von der Nahles-Rente profitieren würde, plädiert Caspers weiterhin für fördernde Maßnahmen an dem bestehenden bAV-System, vom Opting-Out bis zur Förderung, um der Altersvorsorge-Verdrossenheit zu begegnen.
Insgesamt stieg der Neugeschäftsbeitrag gegenüber 2014 um 9,9% auf 4,2 Mrd. Euro. Aber auch insgesamt habe die Gruppe – vor allem dank der Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken, denen im Berichtsjahr Provisionen und Bonifikationen in Höhe von rund 384 Mio. Euro zuflossen – ihren Wachstumskurs 2015 fortgesetzt. „Dies zeige der Zuwachs der gesamten gebuchten Brutto-Beitragseinnahmen des Konzerns um 3,5%“, hebt man in Wiesbaden hervor. Dazu trug die Schaden- und Unfallversicherung mit einem Beitragsplus von 4,3% bei. Dort wuchsen allerdings zugleich die Nettoversicherungsleistungen bei hauptsächlich aufgrund höherer Elementarschäden von 3,2 Mrd. auf 3,4 Mrd. Euro gestiegenen Zahlungen für Versicherungsfälle um 5,1% auf 3,9 Mrd. Euro an. Die bilanzielle Schadenquote stieg netto von 75,4 auf 76,9% an. Dagegen verminderte sich die Gesamtkostenquote netto von 24,8% auf 24,4%. Das Kapitalanlageergebnis des Geschäftsbereichs verminderte sich von 630 Mio. auf 449 Mio. Euro, obwohl die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen mit 420 Mio. Euro fast wieder den Wert von 2014 erreichten. Deutlich zugenommen haben jedoch die Abschreibungen und die Verluste aus Zeitwertänderungen sowie aus dem Abgang von Kapitalanlagen. Das Konzern-Ergebnis des Segments…