Erschienen in Ausgabe 6-2016Unternehmen & Management

Huk-Coburg: Beitragseinnahmen legen deutlich zu – Zinssituation und verschlechterter Schadenverlauf mindern Gewinn

Von Reinhold MüllerVersicherungswirtschaft

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Angesichts eines starken Neugeschäfts und eines marktüberdurchschnittlichen Wachstums der insgesamt gebuchten Beiträge um 4,5% sowie weiterer Marktanteilsgewinne kann die Huk-Coburg Versicherungsgruppe mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 „mehr als zufrieden sein“, stellt der Sprecher der Vorstände Wolfgang Weiler fest. Die Zahl der Versicherungsnehmer stieg gegenüber 2014 in der Gruppe insgesamt von 10,86 Mio. auf 11,2 Mio. an, jene der Verträge und Risiken von 34,62 Mio. auf 35,81 Mio. Zugleich nahmen jedoch auch die gesamten Aufwendungen für Versicherungsfälle f.e.R. um 6,5% auf 5 Mrd. Euro zu und die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen ging von 3,5 auf 3,2% zurück. Die Kostenquote in der Gruppe insgesamt sank dagegen von 9,1 auf 9%. Der Jahresüberschuss vor Steuern verminderte sich im Konzern um 4,8% auf 433,8 Mio. Euro und nach Steuern um 17,1%.
Deutliche Beitragszuwächse hat es mit einem – auch durch Prämienanpassungen erzielten – Plus von 6,3% auf 3,4 Mrd. Euro bei einer Steigerung der Verträge im Bestand um 4,3% auf 10,7 Mio. vor allem in der größten Sparte des Unternehmens gegeben, der Kfz-Versicherung. Hier konnte mit 1,26 Mio. Neuverträgen sogar das hohe Vorjahresergebnis noch einmal übertroffen werden. Knapp ein Viertel davon entfiel auf die Online-Tochter Huk24, deren Bestand an versicherten Fahrzeugen inzwischen bei rund 1,8 Millionen liegt. Damit das in Zukunft so bleibt, kündigte die Huk-Coburg an, in der zweiten Jahreshälfte einen Telematik-Tarif für jungen Kunden auf den Markt zu bringen. Dabei will man nicht wie andere Wettbewerber auf eine App-Lösung setzen, sondern auf eine fest im Fahrzeug installierte Telematik-Box. Damit sind hohe Investitionskosten verbunden, sagte Vorstandsmitglied Klaus-Jürgen Heitmann, weil man das Produkt vorhalten und lagern müsse.
Bei den Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen nahmen die Beitragseinnahmen um 5,4% auf fast 780 Mio. Euro zu, wobei sie in der Wohngebäudeversicherung mit einem Plus von 8,4% auf 235 Mio. Euro besonders deutlich anstiegen sind. Der Vertragsbestand legte hier um 4,4% auf 1,1 Mio. zu. Rückläufig war dagegen die Zahl der Neuverträge bei den Haftpflicht- und Hausratversicherungen. Ein mit 3,9% auf 238,8 Mio. Euro deutlich höheres Wachstum als im Gesamtmarkt wurde in der Rechtsschutzversicherung erzielt.
Zugleich stiegen – maßgeblich verursacht durch Elementarschäden – in der Schaden-/Unfallversicherung allerdings auch die Aufwendungen für Versicherungsfälle f.e.R. um 10,5% auf…