Erschienen in Ausgabe 6-2016Unternehmen & Management

Debeka: Mitarbeitersuche gegen den Alterstrend – Einstieg in garantielose Produkte – Kranken und Komposit wachsen

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Die Belegschaft der Debeka-Gruppe ist 2015 altersbedingt geschrumpft. Die Zahl der Mitarbeiter verkleinerte sich um knapp 2% auf 16.572 Personen. „Wir werden die demografische Falle nicht widerstandslos hinnehmen“, sagte Vorstandschef Uwe Laue in der Bilanzpressekonferenz. Allein im angestellten Außendienst gingen 181 Vertriebler in Rente; die Gesamtzahl nahm dort um 2,8% auf 8.673 ab. In den nächsten zehn Jahren werden nach Unternehmensberechnungen 1.800 Außendienstler das Rentenalter reichen. „Wir wollen keinen Personalabbau wie ihn andere Versicherer forcieren“, so Laue. Die Debeka werde im Außendienst ihre Rekrutierungs-Anstrengungen intensivieren und auf duale Studiengänge und Azubis setzen. Für die Finanzvermittlerrichtlinie werden bis Jahresmitte noch 6.500 Beschäftigte geschult und dann geprüft. Allein um die Abgänge auszugleichen, würde Laue 2016 gerne weitere 300 Außendienstler einstellen. Die Debeka-Gruppe brachte es 2015 mit ihren drei Risikoträgern auf 9,80 Mrd. Euro Beitragseinnahmen (−0,3%); einschließlich Bausparkasse wuchsen die Einnahmen um 1,4% auf 12,92 Mrd. Euro. Die Zahl der Verträge nahm um 1% auf 15,34 Millionen zu. Die Kapitalanlagen der Versicherungsgruppe stiegen um 6,3% auf 83,7 Mrd. Euro und erbrachten aufgrund der Niedrigzinsphase einen um 1,9% gesunkenen Ertrag von 3,35 Mrd. Euro.
Das Flagschiff der Gruppe, der Krankenversicherungsverein, war 2015 mit einem Brutto-Neugang von 76.000 Vollversicherungen weiter auf Wachstumskurs. Vom Nettozugang von 29.622 Personen entfielen 78% auf beihilfeberechtigte Personen; im Bestand machen sie 84% aus. Die Zahl der Versicherten erhöhte sich auf 4,040 (3,975) Millionen bzw. inklusive Auslandsreisekranken auf 4,730 (4,658) Millionen. In den ersten drei Monaten 2016 wuchsen die Bestände in der Krankenversicherung um 8.520 Voll- und 3.317 Zusatzversicherungen. „Wir bewegen uns derzeit auf einem ähnlich positiven Wachstumskurs wie in den Vorjahren“, sagte Laue.
Nach sechs Jahren weit gehender Beitragsstabilität wird die Debeka 2017 aufgrund des Erreichens der auslösenden Faktoren die Beiträge in den Bisex-Tarifen anpassen müssen. Vorstand Roland Weber rechnet damit, dass sich die Anpassungen auf jährlich 3% für die letzten Jahre mit Mitteln aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung limitieren lassen. Zugleich werde der Rechnungszins auf 3,2% abgesenkt.
Ohne nennenswerte Beitragsanpassungen erhöhten sich die Beiträge im Gj. 2015 um 2% auf 5,40 Mrd. Euro; davon waren 4,40 Mrd. Euro Prämien…