Erschienen in Ausgabe 6-2016Märkte & Vertrieb

Arena des Risikos

Versicherer rüsten sich bei der Euro 2016 in Frankreich für den Ernstfall

Von Elke PohlVersicherungswirtschaft

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Es passierte am Abend des 13. November 2015, einem Freitag, als die Zuschauer des Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich in der 17. Spielminute einen lauten Knall hörten. Was viele zunächst für ein Feuerwerk hielten, entpuppte sich wenig später als groß angelegter Terrorakt. Genau hier, in Saint-Denis begann jene historische Anschlagsserie, die sich in den Pariser Bars fortsetzte und dem Bataclan-Club endete. Genau hier soll am 10. Juli der Sieger der Europameisterschaft den Coupe Henri-Delaunay in die Höhe strecken. Es sind Momente zwischen Gedenken und Freude, die bei dem Championnat aufeinander treffen werden. Eines jedoch scheint jetzt schon bittere Realität zu sein: Das Groß-Event Europameisterschaft, auf das sich viele Fußballbegeisterte seit der Vergabe 2010 freuen, wird kein unbeschwertes sein.
Erhebliche finanzielle Risiken stellt die Terrorgefahr für die diesjährige EM-Endrunde auch für die Europäische Fußball-Union UEFA aufgrund mangelnder Ausfallversicherungen dar. „Bei früheren Turnieren hat die UEFA keine Versicherungen für Terrorfälle abgeschlossen“, erklärt Martin Kallen, Organisationschef für die Euro 2016. „Und nach den Attentaten von Paris sind die Prämien unbezahlbar gewesen.“ Zur Höhe der drohenden Verluste durch Verlegungen oder Ausfälle von Spielen oder gar den Abbruch des EM-Turniers wegen neuer Anschläge oder anderer Sicherheitsgründe machte Kallen keine Angaben. Doch die Konsequenzen wären enorm: Mit der Europameisterschaft will die UEFA einen Rekordumsatz von 1,9 Mrd. Euro erzielen. Aus den Verkäufen der Medienrechte für eine Mrd. Euro, der Tickets für 500 Mio. Euro und von Sponsoring- und Lizenzrechten für 400 Mio. Euro sollen insgesamt 600 Mio. Euro wieder an die 54 UEFA-Mitgliedsverbände ausgeschüttet werden. Als Nettogewinn peilt der Europäische Fußballverband rund 150 Mio. Euro an.
Dass die Versicherer in ihrer Kernkompetenz als Manager von Risiken und unternehmerischer Partner mitten im Geschehen sind, steht außer Frage.

Schutz von Mega-Events richtet sich nach individuellem Bedarf

Noch heute ist den Fußballfans die Übertragungspanne beim Halbfinale der Europameisterschaft 2008 zwischen Deutschland und der Türkei in Erinnerung. Knapp 30 Millionen Zuschauer sahen eine dramatische Partie, bei der es zu einer 18-minütigen Unterbrechung des Fernsehbildes kam. Für Fans ärgerlich, für die Verantwortlichen hätte es ohne eine Sendeausfallversicherung sicherlich noch ärgerlicher und vor allem teurer werden können…