Erschienen in Ausgabe 6-2016Schlaglicht

Wenn Analysten die Manager durchleuchten

Zehn Tipps für den Umgang mit Ratingagenturen

Von Karin ClemensVersicherungswirtschaft

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Hat man sich einmal für ein Rating entschieden, sollte man sich optimal darauf vorbereiten, zumal die Vorbereitung des Ratings viel Zeit in Anspruch nimmt. In welcher Weise aber kann man konkret das Rating beeinflussen?
Das Modellergebnis testen: Zur Beurteilung der Eigenmittelausstattung setzt die Ratingagentur in der Regel ihr eigenes standardisiertes Kapitalmodell ein. Der Analyst kann individuellen Besonderheiten jedoch durch nicht standardisierte Anpassungen Rechnung tragen. Er wird außerdem die Modelleingaben des Unternehmens prüfen und Änderungen vornehmen, sollten diese nicht den Kriterien entsprechen. Für Versicherer ist es daher wichtig im Vorfeld zu wissen, welches Modellergebnis man dem Komitee präsentieren wird. So können Missverständnisse vermieden werden. Das Ergebnis des Modells ist erst dann final, wenn es durch das Komitee verabschiedet wurde. Daher sollten sich Versicherer im Anschluss die letzte Version des Modells geben lassen. Nur dann wissen sie, welche Änderungen das Komitee möglicherweise vorgenommen hat.

Analysten als Fürsprecher

Der Blick nach vorn: Die Agentur interessiert vor allem eines: Die Zukunftsfähigkeit des Versicherers. Die historische Entwicklung des Unternehmens kann zwar wertvolle Einblicke geben, entscheidend für das Rating ist jedoch vor allem die zukünftige Ergebnissituation. Zu diesem Zweck präsentiert der Analyst dem Ratingkomitee seine Ergebnisprognose, beruhend auf den eigenen Erwartungen. Kein Versicherer sollte die Chance verpassen, diese Einschätzung aktiv zu beeinflussen, indem er seine Ergebniserwartungen anhand von aussagekräftigen Kennziffern präsentiert. Dabei ist es wichtig zu erläutern, wie erfolgreich das Unternehmen Wettbewerbsvorteile in nachhaltige Gewinne umsetzen kann und wie es mit Risiken umgeht. Denn das Augenmerk des Komitees wird auch darauf liegen, wie belastbar die Annahmen sind.
Diversifizierung führt nicht immer zu einem besseren Rating: Spezialisten können, genauso wie große Player, Marktvorteile haben. Ihr Geschäftsmodell birgt aber Konzentrationsrisiken. Die Ratingkriterien bilden diesen Sachverhalt lediglich ab. Anders als häufig verstanden fordern die Agenturen nicht dazu auf, Geschäft zu diversifizieren. Diversifizierung schlägt sich nur dann positiv im Rating nieder, wenn sie zu einem erkennbaren Wettbewerbsvorteil führt.
Versicherungstechnische Rückstellungen: Für einen Außenstehenden ist es schwierig, sich darüber ein fundiertes Bild zu machen. Wenn Versicherer konservativ…