Erschienen in Ausgabe 6-2016Köpfe & Positionen

Versicherungslücken auch in Deutschland

Elementarschäden und Altersvorsorge nicht ausreichend abgesichert

Von Claudia GlückVersicherungswirtschaft

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Nicht nur in aufstrebenden Märkten oder in Entwicklungsländern finden sich Versicherungslücken. Auch in den entwickelten Märkten wie Deutschland sind diese zu finden. Mit dieser Botschaft begrüßte Michel Liès, CEO der Swiss Re, beim ersten CEO-Get-Together des Rückversicherers seine Gäste. Ziel müsse es daher sein, diese Lücken zu schließen.
In Deutschland betreffe dies die Elemetarschäden – Flut und Erdbeben – und zum anderen die Altersvorsorge. Die private Vorsorge werde durch das tiefe Zinsniveau zunehmend unattraktiv. Staatliche Systeme reichten aber nicht aus, um die Altersvorsorge ausreichend abzusichern. „Hier bieten sich für private Versicherer große Chancen“, sagt Liès. Versicherungslücken zu erkennen sei allerdings nur das eine, als Industrie müsse man auch in der Lage sein, durch Innovationen die Menschen und Märkte zu erreichen, die Kapazitäten auszuweiten, neue Produkte zu kreieren und neue Vertriebswege zu finden. Da werde die Digitalisierung eine große Rolle spielen.

Euro ist gefährdet

Die Swiss Re hatte zum ersten Mal zum CEO-Get-Together geladen. Der Einladung in die Schweizer Botschaft in Berlin waren einige Vorstände gefolgt. Vertreten waren die Unternehmen Allcura, Allgemeiner Kommunaler Haftpflicht-Schaden-Ausgleich, Direct Line, Fahrlehrerversicherung, Guy Carpenter, Hanse Merkur, MSIG Insurance Europe, Nürnberger, Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt, Provinzial Rheinland, Roland Rechtsschutz, Versicherungsleitstelle Wiesbaden, W.R. Berkley Insurance (Europe) und die Württembergische Gemeindeversicherung. Auch Vertreter des GDV nahmen an dem Meeting teil.
Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich zwischen den Teilnehmern und Gastredner Clemens Fuest. Der Präsident des Ifo-Instituts empfahl in seinem Vortrag die Einführung einer neuen Form von Staatsanleihen: Accountability Bonds. Für die Versicherungsvertreter nur ein schwer vorstellbarer Schritt, wie in der Diskussion deutlich wurde.
Fuest zeichnete zudem ein eher düsteres Bild hinsichtlich der Stabilität des Euros. Diesen hält der Ifo-Präsident für sehr gefährdet. Er vertrat zudem die Meinung, dass Deutschland vom Euro nicht wirklich profitiert habe. Zudem würden viele Regeln in der Eurozone gebrochen. „Das Einzige was für den Euro spricht ist, dass er da ist.“ Ein Rausgehen aus der Eurozone sei nämlich mit enormen Risiken verbunden – darin bestand Konsens. Im Übrigen gäbe es keine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Scheitern des Euros befasst.
Grundsätzlich rief Fuest die…