Erschienen in Ausgabe 6-2016Köpfe & Positionen

Nachhaltige Immobilien-Investments.

Zu Titel: „Nervensache Infrastruktur“, .

Von Frank SchaeferVersicherungswirtschaft

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Immobilienanlagen gewinnen für Versicherer immer mehr an Bedeutung, gleichzeitig verursachen sie weltweit etwa 33 Prozent aller CO2-Emissionen und rund 40 Prozent des Energieverbrauchs. Auch deshalb sind sie eine wichtige Stellschraube, um den Klimawandel zu bremsen. Kunden, Aktionäre, Mieter und Gesetzgeber fordern bei Immobilienanlagen zunehmend die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Dass nachhaltige Immobilien künftig stärker nachgefragt und höher bewertet werden, ist wahrscheinlich.
Da Immobilienanlagen von Versicherern in der Regel längerfristig im Bestand gehalten werden, ist es für sie ratsam, schon heute bei Neuinvestitionen und beim Management ihres Immobilienbestands Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen. Viele namhafte Versicherer haben in ihren Satzungen bereits Nachhaltigkeitskriterien für ihre Kapitalanlagen verankert. In diesem Zusammenhang haben sie auch für ihre Immobilienanlagen ESG (Environmental, Social, Governance)-Richtlinien eingeführt und berücksichtigen beim Ausbau und Management ihres Immobilienbestands Nachhaltigkeitskennziffern.
Bei Immobilienanlagen stellt sich für Versicherer die Frage, wie gleichzeitig die Nachhaltigkeit des Immobilienportfolios gestärkt und trotzdem eine attraktive Rendite erzielt werden kann. Energieeffiziente zertifizierte Neubauten sind relativ teuer und renditearm. Das gleiche gilt für umfangreich sanierte Bestandsobjekte. Doch mit geeigneten Konzepten können Bestandsimmobilien ohne große Investitionen nachhaltig ausgerichtet und zusätzlich die Rendite gesteigert werden. Im Fokus steht die Senkung der Betriebskosten über eine möglichst kostengünstige Verbesserung der Energieeffizienz und weniger der Erhalt von Nachhaltigkeitslabels. Für Mieter sind die gesamten Mietkosten entscheidend, entsprechend birgt die Höhe der eingesparten Betriebskosten ein Mietsteigerungs- und in der Folge auch ein Wertsteigerungspotenzial.
In welchem Umfang der Energieverbrauch, der CO2-Ausstoß und die Betriebskosten vermindert werden können, hängt von der spezifischen Energieeffizienz der jeweiligen Gebäude ab. In der Regel bewegen sich die Einsparungen zwischen 5 und 30 Prozent, können aber auch bis zu 60 Prozent reichen. Durch intelligente Maßnahmen sind in der Regel auch bei neueren Gebäuden Kostenreduzierungen erzielbar. In dem 2011 erstellten Bürogebäude „Prime Tower“ in Zürich wurden durch Anpassung der Betriebszeiten und Luftmengen bei den Lüftungsanlagen die jährlichen Stromkosten um ca. 15 Prozent…