Erschienen in Ausgabe 6-2016Unternehmen & Management

Zurich Gruppe Deutschland:  Gewinn­einbruch trotz Wachstum – Neuer Zurich-Chef verschärft Umbaustrategie

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Zurich Gruppe Deutschland ist im Gj. 2015 um 4% auf 6,55 Mrd. Euro Bruttobeitrag gewachsen, hat beim Betriebsergebnis vor Steuern (BOP) mit 208 Mio. Euro aber ein Viertel weniger verdient. „Die Lebensversicherung hat ihre Ziele übererfüllt, im GI-Bereich (General Insurance) haben wir aber Federn gelassen und daher weniger BOP“, erläuterte Marcus Nagel in der Jahrespressekonferenz. Im März war er nach dem überraschenden Abgang des Deutschland-Chefs Ralph Brand als dessen Nachfolger angetreten.
Das Schaden- und Unfallgeschäft, das größtenteils in Irland bilanziert wird, wuchs zwar um 4% auf 2,53 Mrd. Euro, infolge höherer Kosten und Großschäden stieg die Combined Ratio aber auf 104 (98) Prozent. Vom Anstieg um sechs Prozentpunkte entfallen nach Unternehmensangaben drei auf eine höhere Großschadenquote und zwei auf höhere Kosten. Schadenträchtiger waren die Kredit- und Kautionsversicherung und die Gebäudeversicherung, die im mittleren Leistungsbereich bis zwei Mio. Euro dreimal so viele Schäden verzeichnete. In der Managerhaftpflicht (D&O) habe man im Gewerbegeschäft „ein Thema“, sagte Finanzchef Carlos Schmitt.
Mit dem Strategieprogramm „Zeins“ zieht Nagel nun noch kräftiger an der Kostenbremse als sein Vorgänger Brand. „Wir wollen uns bei der Kostenquote von aktuell 33% auf das Durchschnittsniveau von schätzungsweise 28% bewegen“, sagte Nagel vor der Presse. Das Sparziel von bisher 100 Mio. Euro jährlich bis 2020 wurde auf 150 Mio. Euro bis 2018 hochgesetzt. Bis Ende 2018 sollen 825 der 5.200 Stellen wegfallen; bislang war der Abbau von 500 Stellen geplant. „Wir wollen in zwei bis drei Jahren die Voraussetzungen besitzen, um im Markt angreifen zu können und um uns dann als einer der Top-5-Player im deutschen Markt zu etablieren“, so Nagel. Nach seinen Angaben kommt die Zurich Deutsche Herold Lebensversicherung AG auf Platz sechs, die verschiedenen Kompositgesellschaften in Sachversicherung ohne Firmengeschäft auf Platz acht und das Industriegeschäft auf Platz zwei. Zu „Zeins“ gehören zudem die Abschaffung der Marken „DA Direkt“ und „Baden-Badener“, die künftig nur noch als Zurich laufen werden, und die Konzentration von fünf Direktionsstandorten auf zwei; nämlich in Köln und voraussichtlich in Frankfurt. Der Verkauf des bisherigen Bonner Direktions-Gebäudekomplexes steht wohl unmittelbar bevor und soll vor allem für die Lebensversicherung zusätzliche außerordentliche Erträge bringen.
In die Digitalisierung will Nagel bis Ende 2019 rund 200 Mio. Euro…