Erschienen in Ausgabe 5-2016Märkte & Vertrieb

„In vier Jahren fällt die 100-Mio.-Euro-Beitragsgrenze“

BGV-Vorstandsmitglied Edgar Bohn über den notwendigen Schutz vor Hackerangriffen

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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„In vier Jahren fällt die 100-Mio.-Euro-Beitragsgrenze“

BGV-Vorstandsmitglied Edgar Bohn über den notwendigen Schutz vor Hackerangriffen

Versicherungswirtschaft: Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Cyberschutz für Kommunen und wie bewerten Sie den Markt für solche Policen?

Edgar Bohn: Unsere Kernklientel sind seit über 90 Jahren Gebietskörperschaften und kommunale Unternehmen. Wir wollen diese erstmal für das Thema weiter sensibilisieren und Vorschläge zum Risikomanagement unterbreiten. Denn wir verstehen uns nicht nur als Versicherungsgeber, sondern als relevanter Bestandteil des Risikomanagements unserer Kunden. Dabei ist es gerade bei Cyber-Security wichtig, das Risikomanagement ganzheitlich zu betrachten, an dessen Ende dann ggfs. die Versicherung der Restrisiken steht. Bislang haben über 20 Prozent unserer kommunalen Kunden unseren Risikoanalysebogen ausgefüllt. Mit diesen stehen wir im engen Austausch. Auch konnten wir erste Vertragsabschlüsse verzeichnen. Ich erwarte, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf dem deutschen Versicherungsmarkt die 100-Mio.-Euro-Beitragsgrenze überschritten wird und die Cyber-Sparte langfristig eine Positionierung ähnlich der D&O-Ver­siche­rung einnehmen kann.

Wie unterscheidet sich die Risikoanalyse der Kommunen im Vergleich zu der der Privatwirtschaft?

Im Prinzip gibt es da keinen Unterschied. Bisherige Cyberattacken richteten sich sowohl gegen öffentliche als auch privatwirtschaft­liche Akteure. Insofern müssen alle ihre Hausaufgaben in Bezug auf Cyber-Sicherheit machen. Sicherlich ist es für Gebietskörper­schaften und kommunale Unternehmen besonders wichtig, die umfangreichen und hochsensiblen persön­lichen Daten der Bürger zu sichern. Und dabei möchten wir ihnen helfen.

Mit welchen Maßnahmen können die Versicherungswirtschaft und die Politik dazu beitragen, das Risikobewusstsein für Cybergefahren zu steigern?

Das ist gar nicht nötig. Fast täglich kann man in der Presse über Cyber-Angriffe und deren wirtschaftliche Auswirkungen lesen. Das Gefahrenpotenzial wird dadurch immer deutlicher. Lediglich der Umgang mit dem Risiko der Cyber-Kriminalität oder grundsätzlich der Umgang mit der Abhängigkeit von IT-Prozessen ist vielleicht noch nicht so routiniert und geübt. Diesbezüglich sind sowohl Unternehmen als auch Gebietskörperschaften unsicher. Und genau hier liegt die große Chance der Versicherungswirtschaft, deren Geschäftsmodell der Umgang mit Risiken ist, sich zu positionieren und Lösungen anzubieten.
Interview: David…