Erschienen in Ausgabe 5-2016Schlaglicht

Erneuerung und Aufbau

Von Versicherungswirtschaft

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Die infrastrukturellen Erfordernisse am Wirtschaftsstandort Deutschland nehmen in Zeiten eines sich einengenden globalen Wettbewerbs kontinuierlich zu. Die Infrastruktur bildet den Unterbau für Wohlstand, Mobilität und Wachstum, heißt es einstimmig aus Politik- sowie Wirtschafts­kreisen. Sie brauche eine dauerhafte, auskömmliche und zukunftsfähige Finanzierung.
Die notwendigen Investitionen für ein robustes Verkehrswesen mit funktionierenden Datennetzen bringen die staatlichen Finanzen allerdings an ihre Leistungsgrenzen. Eine Kooperation mit privaten Investoren drängt sich auf, doch der Brücke zwischen öffentlicher und privater Hand fehlen wichtige Pfeiler über unruhige Fahrwasser. Einige wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen laufen noch immer ins Leere.

Versicherer warten auf befreienden Schub

Gleichwohl ist das Geschäft nicht frei von Risiken: Bei Infrastruktur-Investitionen gelten für die Versicherer nicht nur die Gesetze der Rendite wie bei institutionellen Investoren aus konkurrierenden Wirtschaftssektoren, sondern die der Sicherheit für die anvertrauten Kundengelder. Die Marktakteure stehen grundsätzlich bereit, um neue Infrastruktur über 20, 30 und mehr Jahre zu finanzieren, aber sie fordern auch bessere Konditionen, einen verlässlichen Rechtsrahmen und ein angemessenes Rendite-Risikoprofil. Noch fehlt der befreiende Schub mit politischem Konsens.
Warum die Assetklasse Infrastruktur in Zeiten eines anspruchsvollen Marktes zunehmend an Bedeutung gewinnt und was sie rentabel macht, erklären führende Investment-Experten in ihrem persönlichen Einblick für die Versicherungswirtschaft. mst 

Verlässliche Regeln, gesetzliche Grenzen

„Die deutsche Wirtschaft ist international stark aufgestellt, und das ist auch gut so, denn sie sorgt für viele gut bezahlte Arbeitsplätze. Zu den Fundamenten unseres Wohlstands gehört auch die klare Trennung zwischen staatlichen Aufgaben und privater Wirtschaftstätigkeit. Der Staat soll und darf privaten Unternehmen keine Konkurrenz machen, es ist vielmehr seine Aufgabe, mit einem stabilen Rahmen und verlässlichen Regeln für eine effiziente und sichere Ordnung zu sorgen. Die größten Risiken bei Infrastrukturinvestitionen sind immer da, wo man sie nicht vermuten würde. Unberechenbar sind politische Risiken. Wenn es in Staaten zu einer Erosion von Rechtssicherheit und Vertrauensschutz kommt und versucht wird, nachträglich und rückwirkend in die Eigentümerposition von Investoren einzugreifen, aus welchen wohlmeinenden…