Erschienen in Ausgabe 5-2016Trends & Innovationen

Schaden-Prisma April 2016

Schwere Erdbeben in Japan und Ecuador haben enorme Zerstörung und einen Milliardenschaden hinterlassen

Versicherungswirtschaft

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Zwei Mal bebte die Erde auf der japanischen Insel Kyushu. Nach einem Vorbeben der Stärke 6,2 am 14. April, wurde die Region am 16. April von einem Beben der Stärke 7,0 erschüttert. Bei der Katastrophe kamen 58 Menschen ums Leben, 2.200 wurden verletzt. Tausende von Häusern, Highways, Straßen, Brücken und Bahngleise wurden durch die Erdstöße und enorme Erdrutsche zerstört. In 420.000 Haushalten ist die Trinkwasserversorgung unterbrochen, 200.000 Haushalte haben keinen Strom, da auf der ganzen Insel Wasser- und Gasleitungen beschädigt sind. Viele der bei dem Beben am 16. April eingestürzten Gebäude waren bereits durch das erste Beben zwei Tage zuvor erheblich beschädigt worden. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wird laut Aon Benfield zu 72 Prozent die Zehn-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten. Für genauere Schätzungen auch hinsichtlich der versicherten Schäden, sei es noch zu früh, so der Großmakler. Neben den Schäden an Gebäuden und Infrastruktur könnten vor allem auch Betriebsunterbrechungen für die Versicherer teuer werden. So haben u.a. Sony, Toyota, Honda, Mitsubishi und Bridgestone ihre Produktionen ausgesetzt.
Ebenfalls am 16. April verursachte ein Erdbeben der Sträke 7,8 Schäden mit katastrophalen Ausmaßen im Nordwesten von Ecuador. 577 Menschen starben, bisher wurden 7015 Verletzte gezählt. 150 Menschen gelten immer noch als vermisst. In sechs Bezirken in der Küstenregion wurde der Notstand ausgerufen. Die Erdstöße waren bis in die Hauptstadt Quito zu spüren. Laut den Großmaklern Aon Benfield und Guy Carpenter schätzt die ecuadorianische Regierung die gesamtwirtschaftlichen Schäden auf drei Mrd. US-Dollar. Die versicherten Schäden dürften deutlich darunter liegen. 2014 lag die Versicherungsdurchdringung im Non-Life-Bereich bei lediglich 1,7 Prozent, so Aon Benfield. Die Naturkatastrophe trifft das südamerika­nische Land besonders hart, da dessen Wirtschaft bereits unter dem niedrigen Ölpreis leidet.

Gewaltige Kräfte

Die Aso Ohashi Brücke wurde unter den Erdmassen eines abgerutschten Berghangs begraben. Die Schäden belaufen sich auf über zehn Mrd. US-Dollar.

Enorme Schäden, kaum versichert

In Ecuador liegt die Versicherungsdurchdringung in der Sachversicherung bei lediglich 1,7 Prozent.

Rekord-Regen überflutet Texas

Die Metroploregion rund um Houston steht nach schweren Regenfällen am 18. April unter Wasser. Die größten Schäden verzeichnete Harris County, wo das Hochwasser mehrere Meter hoch in den Straßen und Häusern steht. Hier sollen mindesten 1.000…