Erschienen in Ausgabe 5-2016Trends & Innovationen

Pain Points

Versicherer werden 2016 auf harte Proben gestellt

Von Versicherungswirtschaft

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Auf dem Weg zur Erneuerung war 2015 allenfalls eine Zwischenetappe“, bilanziert Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), das vergangene Geschäftsjahr. Die Beitragseinnahmen sind stabil, über alle Sparten hinweg war ein Einnahmenplus von 0,6 Prozent auf 193,8 Mrd. Euro zu verzeichnen.
In der Lebensversicherung sanken die Beiträge nach dem Rekordjahr 2014 um 1,1 Prozent auf 92,7 Mrd. Euro. Die Leistungsausgaben fielen um 2,5 Prozent auf 83,3 Mrd. Euro. Der gesamte Bestand der Verträge bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds ging leicht um 1,6 Prozent auf 91,0 Millionen zurück. „Trotz wachsender Verunsicherung der Sparer durch die niedrigen Zinsen haben wir uns in der Lebensversicherung ordentlich geschlagen“, berichtet Erdland. „Ich wäre zufrieden, wenn sich die Ergebnisse 2016 ähnlich entwickeln.“ In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beitragseinnahmen um 2,7 Prozent auf 64,3 Mrd. Euro. Die privaten Krankenversicherer verbuchten einen Beitragszuwachs von 1,4 Prozent auf 36,8 Mrd. Euro.

Neue Markteintritte unter scharfer Beobachtung

Das laufende Jahr wird sicher nicht leichter als 2015“, erklärt der GDV-Chef. „Die Niedrigzinsphase dauert an, die Zinszusatzreserve muss bedient werden, die Systemumstellung auf Solvency II geht weiter und die Digi­talisierung beschleunigt den Umbau unserer Industrie. Das alles wird uns belasten.“ Für 2016 erwartet der Versichererverband leicht positive Ergebnisse mit moderaten Beitragsrückgängen in der Lebenversicherung und stabilem Wachstum in den Hauptsparten.
Indes nimmt Erdland die Versicherer in die Pflicht, ihre Anstrengungen zur Digitalisierung und zur Kundenzufriedenheit zu stärken. Produkte müssten einfacher ausgestaltet und die „Pain Points” der Kunden gelindert werden. Noch würden neue Mitspieler das traditionelle Versicherungsgeschäft scheuen, doch müsse auf Markteintritte, vor allem von Aggregatoren, die Service-Innovationen an der Kundenschnittstelle bringen, geachtet werden. Dass sich vermeintlich neue Konkurrenten zu Komplementären entwickeln, die Versicherern helfen, Wertschöpfungsketten flexibel zu machen oder um sinnvolle Services zu erweitern, sei ebenso realistisch.

Notwendige Kostenreduktion im Vertrieb

Im Zuge einer neuen Effizienz drücken die Versicherer im Vertrieb auf die Kostenbremse und arbeiten an einer gezielteren Vernetzung von Kundenkontaktpunkten. „Der Verbraucher macht mittlerweile einiges selbst, so dass auch…