Erschienen in Ausgabe 5-2016Schlaglicht

Markt-Flow mit grüner Effizienz

Wie der Trend zu einer klimabewussteren Wirtschaft das Infrastruktur-Engagement der Versicherer verändert

Von Susanne Görsdorf-KegelVersicherungswirtschaft

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Checkliste zur IDD-Umsetzung:

Bis 2050 wird sich das internationale Frachtvolumen mehr als vervierfachen, die CO2-Emissionen, die damit verbunden sind, werden um 290 Prozent ansteigen. Das sind die Ergebnisse des ITF Transport Outlooks 2015, die nicht ohne Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft bleiben.
Vor Kurzem wurde der ITF Transport Outlook 2015 des International Transport Forum der OECD vorgelegt. Die Autoren gehen davon aus, dass 85 Prozent des internationalen Frachtvolumens bis 2050 über den Seeweg erfolgen und sich der Transport über die Straße von sechs auf zehn Prozent erhöht, vor allem in Afrika und Asien. Ein besonderer Schwerpunkt des Berichts ist die Hervorhebung des nationalen Anteils an internationalen Frachtströmen, dies wurde erstmals berechnet. Danach macht der Verkehr innerhalb eines Landes, also von einem Hafen zu einer Großstadt beispielsweise, zehn Prozent der globalen Handelsfracht aus, verursacht aber 30 Prozent der CO2-Emissionen. Aus Sicht der Autoren des Berichts ist dies aber zugleich eine Chance, weil die nationale Politik größere Handlungsspielräume hat als die internationale, die sich erst einmal auf Abkommen einigen müsste, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Rasante Motorisierung in asiatischen Schwellenländern

Würde man diese zehn Prozent des Frachtverkehrs gezielt angehen, könnte man nach Überzeugung der OECD-Sonderorganisation überdurchschnittlich viel erreichen. Der hohe CO2-Anteil im nationalen Frachtverkehr wird damit begründet, dass die Güter von Häfen und Flughäfen zumeist per Lkw weitertransportiert werden. Hier könnte man mit dem Ausbau weniger schadstoffintensiver Verkehrsträger wie Binnenschifffahrt und Bahn schon einige Erfolge erzielen.
Generell gibt es dem ITF Transport Outlook 2015 zufolge vier Handlungsfelder, mit denen das skizzierte Szenario zumindest abgemildert werden könnte. Dazu gehört vor allem ein verbessertes Kapazitätsmanagement, denn Teile der Frachtinfrastruktur seien nicht ausgelastet. Außerdem sollte die Effizienz durch mehr alternative und multimodale Verbindungen erhöht werden. Die Infrastruktur einschließlich der Hinterlandanbindung müsste an mehr und größere Frachtschiffe bis hin zu Megaschiffen angepasst werden. Ferner sollten entlang der globalen Logistikketten die Lastfaktoren erhöht und Leerlaufzeiten reduziert werden. Dass entschlossenes Handeln dringend nötig ist, zeigt allein die Tatsache, dass aktuell der Verkehrssektor nach Angaben der International Energy…