Erschienen in Ausgabe 5-2016Unternehmen & Management

Safety Comes First

Integrierte Datenboxen und Assistenz-Systeme sollen die Automobilität der Zukunft sicherer machen

Von Rheinhold MüllerVersicherungswirtschaft

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Sind wir bereit für ein autonom fahrendes Auto?“ Diese Frage lässt Daimler derzeit in einem Werbespot eine Stimme aus dem Off zu schönen Bildern von der automobilen Zukunft stellen. Ja, aber nur unter Bedingungen, lautete die Antwort von Europas größtem Versicherer auf dem „4. Allianz Autotag“.
Bevor man sich des Themas der digitalen Umwälzung annahm, begeisterte paradoxerweise ein Silicon-Valley-Zögling die Autofans. Tesla ließ sein Elektro-Fahrzeug nahezu lautlos vom Hof des Allianz Zentrums für Technik (AZT) in Ismaning gleiten. Selbstverständlich durfte ein spektakulärer Crash-Test ebenso wenig fehlen wie ein Fahrsimulator, der im Nutzer das prickelnde Gefühl eines Rennfahrers weckt.
Opel vermochte mit seinen mit Hightech vollgestopften Insignia-Modellen nur bedingt mitzuhalten. Allein die neu integrierte Datenbox „OnStar“ lieferte die Vorlage für etwas Erfreuliches. Die traditionsreiche wie zeitweise schwer krisengeschüttelte deutsche Traditionsmarke in US-Händen verkündete einen Telematik-Pakt mit der Allianz. Es sei die erste gemeinsame Telematik-Versicherungslösung von einem Automobilhersteller und einem Versicherer in Deutschland“, sagte Philipp Kroetz, Mitglied der Geschäftsleitung von Allianz Global Automotive in Deutschland. Der Kunde benötige keine zusätzliche Hardware, lediglich die Zustimmung zur Datenübermittlung an die Allianz sei erforderlich.
Die wirklich bemerkenswerte Botschaft steuerte bei der Veranstaltung unter dem Titel „Das vernetzte Auto“ aber wohl eher Manfred Knof bei, der Vorstandsvorsitzende der Allianz Deutschland AG. Sie lautet: Der deutsche Branchen-Primus der Assekuranz, der – beispielweise bei der Einführung der Wegfahrsperre vor Jahren – die gesamte Auto­branche und sogar die Verkehrspolitik europaweit vor sich hertrieb, unterstützt und fördert im Rahmen seiner (nicht gerade geringen) Möglichkeiten nun voll die immer stärkere Auto­matisierung der Autos. Also jene technologische Entwicklung, die Autohersteller wie auch das Verkehrsministerium seit geraumer Zeit vorantreiben, die am Markt jedoch aus unterschiedlichsten Gründen noch nicht so ganz durchschlagende Akzeptanz findet.
Auch die Versicherungsbranche insgesamt schien sich bislang nicht so recht schlüssig, wie sie sich dazu stellen soll. Einerseits fanden insbesondere Fahrerassistenz-Systeme aller Art natürlich ihre uneingeschränkte Unterstützung, weil sie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen und sie sich damit – ebenso wie automatische Notrufsysteme –…