Erschienen in Ausgabe 5-2016Unternehmen & Management

Digitale Lebenshilfen

Versicherer wollen Risiken durch die Nutzung von Sensordaten reduzieren – erste Erfahrungswerte gibt es schon

Von Dr. Dirk SiegelVersicherungswirtschaft

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Die Internet-of-Things (IoT)-Technologie ist real: Vernetzte Sensoren finden ihren Weg in den Alltag von immer mehr Menschen. Für die Versicherer eröffnet sich die Möglichkeit, mittels Sensordaten gemeinsam mit dem Endkunden Risiken zu managen und wirkungsvoll zu begrenzen. Mehr Kundennähe und intensivere Kundeninteraktionen werden möglich, wenn die Versicherer diese Technologie meistern und die ihr inhärenten Risiken begrenzen. Für die Unternehmen im Allgemeinen ergeben sich aus der Internet-of-Things-Technologie eine Vielzahl von Anwendungsfällen, wie die Steuerung und Optimierung der Infrastruktur in der „Smart City“ oder den „Smart Grids“ der Energieversorger. Für die Versicherer im Besonderen resultiert aus der Entwicklung die Perspektive, Risiken zusammen mit dem Kunden zu managen und zu reduzieren, statt sie lediglich im Schadensfall zu kompensieren.

Irritationen um Datensicherheit

Dies sei am Beispiel von Car-Telematics erläutert, die vor allem in Italien, Großbritannien und in den USA schon einen hohen Grad der Akzeptanz gefunden hat. Hier erhält der Versicherer mittels Sensoren im Kfz eine Reihe von Geschwindigkeits- und Beschleunigungs-Daten, durch die dieser den Risikogehalt der Fahrweise bewerten kann. Der Fahrer hat Zugriff auf diese Auswertungen und kann seinen Fahrstil anpassen – somit das tatsächliche Unfallrisiko senken, was der Versicherer durch eine Reduktion der Versicherungsprämie honoriert. Weitergehende Maßnahmen zur gemeinsamen Risikoreduktion sind denkbar: Wenn z.B. die Telematiksensoren registrieren, dass ein Fahrer häufig an unfallträchtigen Orten unterwegs ist, kann der Fahrer auf alternative Routen hingewiesen werden.
Auf der Zeitachse noch nicht genau zu verorten, aber schon klar absehbar, werden weitere IoT-Themen, wie Smart Home oder E-Health, für die Versicherer relevant. Für beide Fälle ergeben sich Nutzungssituationen im Sinne des gemeinsamen Risikomanagements: Smart Home Daten ermöglichen das Durchführen einer Anwesenheitssimulation zur Einbruchsprävention, das automatische Einleiten von Rettungsmaßnahmen im Brandfall und das Monitoring, ob Fenster und Türen geschlossen sind. E-Health-Techniken können genutzt werden, um den Versicherten zur Teilnahme an Fitnessmaßnahmen zu ermutigen und über die Umsetzung Feedback zu geben, sowie um bestimmte Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Ein gesunder Lebensstil kann so erkannt und durch Prämienreduktion honoriert werden. Dies ist in einem Kontext, in dem das Gros der Kosten in den…